Zwei externe Favoriten für Kinderklinik
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Schon in den nächsten Wochen soll ein Interimschef das Kinderzentrum an der Innsbrucker Klinik leiten.Foto: Parigger
Foto: APA/ROBERT PARIGGER
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Von Peter Nindler
Innsbruck – Die finanziellen Diskussionen an der Medizinischen Universität und die angedrohte Streichung der Nacht- und Bereitschaftsdienste für die 240 Bundesärzte haben die Kinderklinik in den vergangenen Tagen in den Hintergrund gedrängt. Doch im Kinderzentrum steht in den nächsten Tagen eine zentrale Personalbesetzung an: Möglicherweise bereits Ende kommender Woche soll der Interimschef für die Kinderklinik präsentiert werden.
Seit 20 Jahren ist die Kinderklinik praktisch führungslos, zuletzt wechselten sich die einzelnen Departementleiter im Rotationssystem ab. Nach schweren Behandlungsfehlern im Herbst flammte die Diskussion über die Kinderklinik wieder auf, Reformen wie die Reorganisation – nur noch vier statt fünf Kliniken – wurden eingeleitet. Da drei der vier Kliniken zudem keinen Klinikchef haben, entschloss sich die Führung der Medizin-Uni bis zur Besetzung der Leiterfunktion einen interimistischen Chef für die Kinderklinik einzusetzen.
Auf die Ausschreibung meldeten sich sechs Bewerber. Die Universitätsführung staunte nicht schlecht, denn unter den Namen befinden sich echte Kapazunder. Einer davon ist der ehemalige Chef des Kinderdepartements an der Berliner Charité, Gerhard Gaedicke. Er kennt die Innsbrucker Kinderklinik in- und auswendig, hat er sie doch im Auftrag der Klinikführung auf Herz und Nieren geprüft. Auf seiner Expertise basiert die neue Klinikstruktur.
Mit Heribert Jürgens, dem Direktor der Klinik für Kinderheilkunde – Pädiatrische Hämatologie/Onkologie – in Münster hat sich aber auch einer der führenden Kapazitäten der Kinderheilkunde beworben. Der 62-Jährige geht als Klinikdirektor in Münster in Pension. Sowohl Gaedike als auch Jürgens sollen sich schon in Innsbruck ein Bild gemacht haben.
Rund um den Finanzkonflikt geht die politische Debatte weiter. Dienstag wollen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Rektor Herbert Lochs eine Lösung präsentieren. Ein Ende der täglichen Verunsicherung fordert die Liste Fritz. „Wesentlich ist ein Zusammenarbeitsvertrag zwischen Medizin-Uni und Tilak, also zwischen Bund und Land. In Graz und Wien, wo es solche Verträge gibt, sind die Kompetenzen und Aufgaben klar geregelt.“ Detaillösungen, wie eine Betriebsgesellschaft anzudenken sei in Ordnung, reagiert SP-Gesundheitssprecherin LA Gabi Schiessling auf Vorschläge von Gesundheits-LR Bernhard Tilg. Aber es seien noch viele Baustellen offen, „die zuvor geschlossen werden müssen“.



