Alpenverein kommt Traum Schritt für Schritt näher
Von Simone Tschol
Reutte – Der Klettersport hierzulande boomt. Nicht nur bei Erwachsenen, sondern vor allem auch bei Kindern. Am Felsen oder an der künstlichen Kletterwand nach oben zu kommen, ist eine Herausforderung, die ungeahnte Kräfte verleiht. Und die, wenn man es geschafft hat, euphorische Gefühle hervorruft.
Weniger euphorisch sind die Zahlen, die der Alpenverein in Sachen Jugendbetreuung bei der jüngsten Jahreshauptversammlung präsentierte. Durch das Ausscheiden zweier Betreuer musste die Zahl der Jugendlichen, die dem Klettersport beim Alpenverein frönen, von 60 auf 45 reduziert werden. Auch wenn inzwischen eine Jugendmannschaft gegründet wurde, der rund zehn Bergfexe im Teenageralter angehören – es werden dringend Betreuer gesucht. „Das darf durchaus als Aufruf verstanden werden“, erklärt Jugendleiter Andreas Kordwig und fügt hinzu: „Wir suchen Leute, die Spaß haben, mit Kindern zu klettern. Das müssen keine ‚David Lamas‘ sein.“ Die Problematik bestehe vor allem darin, dass interessierte Kinder aufgrund der Personalknappheit bereits abgewiesen werden mussten. Kordwig: „Die sitzen zuhause und warten darauf, dass wir sie anrufen und sie bei uns klettern können. Wir brauchen dringend Betreuer, sonst könnte es sein, dass die Zahl der Jugendlichen immer weniger und weniger wird.“
Große Hoffnungen setzt der Alpenverein daher in die geplante Kletterhalle in Reutte. Der Gemeinderat hatte ja bereits einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung der Halle gefasst – unter der Bedingung, dass vor Beginn der Bauarbeiten die Betreiberfrage geklärt sein müsse (die TT berichtete).
Jetzt geht das Vorhaben offensichtlich in die heiße Phase. „Es haben sich bereits professionelle Kletterhallenbetreiber beworben. Jetzt müssen intensive Gespräche geführt werden. Wenn das geklärt ist, wird es den Startschuss für die Feinplanung und die Umsetzung des 1,1 Millionen Euro teuren Projektes geben“, sagt Bürgermeister Alois Oberer. Zur Freude des Alpenvereins-Vorstandes. Derzeit pendeln Betreuer und Kinder ins benachbarte Allgäu oder Imst, um zu trainieren. Eine Kletterhalle in Reutte würde nicht nur lästige Anfahrtswege sparen. Auch die Kosten für die Jugend, die derzeit mit mehr als 6000 Euro im OeAV-Budget zu Buche schlagen, könnten dadurch massiv reduziert werden.



