28.02.2012
Osttirol

Keine Ausbildung, kein Lehrplatz, kein Job

Für rund 20 Osttiroler Jugendliche zeigen Auffangprogramme keine Wirkung. Es fehlt ihnen an Motivation und sozialer Kompetenz.

Von Claudia Funder

Lienz – Es ist eine ungewisse Zukunft, in die Jugendliche ohne Schulabschluss und mit null Bock auf Arbeit blicken. Wie viele Jugendliche in Osttirol betroffen sind, lasse sich, betont der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Lienz, Otmar Frena, nur schwer einschätzen. Wirklich bleibend perspektivenlos sei im Bezirk allerdings nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe. Frena: „Es gibt eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren, die temporär beim AMS gemeldet sind, für welche die angebotenen Programme jedoch aufgrund verschiedener Gründe wirkungslos bleiben.“ Das Angebot sei, so Frena, nicht in der Lage, gravierende Defizite von Jugendlichen abzubauen, etwa wenn ein Mindestmaß an Motivation und sozialer Kompetenz fehle: „Eine bestimmte Klientel dreht sich im Kreis.“

Beim AMS vorstellig werden die jungen Menschen dennoch immer wieder, denn es gibt Geld für die Teilnahme an Auffangprogrammen – zumindest einige hundert Euro. „Wir versuchen, die Jugendlichen etwa in zehn Monate dauernden Partner-Lehrgängen – es gibt kaufmännische und manuelle – unterzubringen“, erklärt der AMS-Geschäftsstellenleiter. „Es wird auch ein allgemeiner Lehrgang ohne bestimmte Ausrichtung angeboten, den der private Bildungsträger ‚Die Berater‘ durchführt.“ Mit einem Mix aus Theorie und Praxis werden Jugendliche begleitet, mit dem Ziel eines regulären Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses. Das Jugendnetzwerk JuNet bietet 15 Arbeitsplätze mit einfachen Bürotätigkeiten, begrenzt für ein Jahr. Hier versucht man, Jugendlichen mit erschwerten Startbedingungen durch Berufsorientierung und Vermittlung von Qualifikationen eine Integration am Arbeitsmarkt zu ermöglichen, inklusive Bewerbungsunterstützung und -training.

Bei Verweigerern ohne die geringste Motivation bleiben die besten Programme jedoch ohne Wirkung. „Für diese Klientel wären eine spezielle Form der Jugendbetreuung und Streetworker ideal“, so Frena. „Eine große Hoffnung setze ich in das neu entstehende Jugendzentrum.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 28.02.2012
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