Das Schicksal der Kellerkinder
Von Thomas Mair
Innsbruck – „Wenn man hinten drin steht, kommt auch noch Pech dazu!“ – Absams Trainer Andreas Glantschnig bemühte nach der gestrigen 0:1-Niederlage bei Tabellenführer Reichenau eine Fußball-Floskel, die punktgenau zutraf. Der Nachzügler in der UPC Tirol Liga war über weite Strecken ebenbürtig und hätte in der Anfangsphase in Führung gehen müssen. Doch das runde Leder will bei den Absamern derzeit nicht im Eckigen landen. So gesehen auch in der 80. Minute, als ein Kellner-Kopfball an der Latte landete. „Wir werden einfach nicht belohnt“, sprach Glantschnig von fehlendem Glück und hofft auf eine Trendwende bei den anstehenden Aufgaben gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.
In einem ähnlichen Schlamassel befindet sich der SV Kematen, der am Sonntag trotz Punktgewinn beim 3:3 gegen Telfs mit hängenden Köpfen den Platz verließ. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison verschenkten die „Blues“ in der Schlussphase einen sicher scheinenden Sieg, gestern war es eine 3:1-Führung in den letzten zehn Minuten. „Es ist schade, weil wir die Partien immer selbst aus der Hand geben“, ärgerte sich Trainer Zoran Tanaskovic darüber, dass individuelle Fehler „prompt bestraft“ werden.
Es ist das Schicksal der Kellerkinder, vom Fußballgott nicht bevorteilt zu werden. Weiterarbeiten und das Glück erzwingen, scheint die einzig richtige Marschrichtung zu sein, die der SK St. Johann heuer zum wiederholten Male vorzeigt. Im Frühjahr machen die Leukentaler einen schier unaufholbaren Punkterückstand wett und schaffen den Ligaerhalt. Auch heuer sind sie am besten Weg dorthin.






