Bär Sam lässt Aufseher im Dunkeln tappen
Innsbruck – Der Bär und die Technik, das passt nicht zusammen. Zum zweiten Mal verlieren die Jagdaufseher den Funkkontakt zu Sam (M13). Entledigte sich der Grenzgänger im Herbst in Südtirol noch selbst eines Sendehalsbandes, war es diesmal der Zusammenstoß mit dem Zug in Graubünden, der den Ausfall verursacht hat. Beim Unfall wurde die GPS-Einheit, die über Satelliten den Standort ermittelt, zerstört. Und weil Sam sich offenbar langsam von dem Schock des Zusammenstoßes erholt hat und wieder weitere Strecken zurücklegt, haben ihn die Behörden aus den Augen verloren.
Den GPS-Sender hatten die Schweizer Jagdaufseher erst im April durch Zufall anlegen können. Sam hatte ein Schaf gerissen und durch die Blutspuren nahmen die Jagdaufseher die Verfolgung auf. Beim Fressen konnten sie ihn betäuben. „So eine Gelegenheit kommt nicht so oft vor“, sagt Martin Janovsky, der Tiroler Bärenbeauftragter. Damit wird Sam wohl längere Zeit zwischen Tirol und der Schweiz unbeaufsichtigt hin und her streifen. Ein zweiter Funksender funktioniere zwar noch, so Janovsky, aber dafür müsste ein Bärenteam mit einer Handantenne in der Nähe des Tieres sein. „Das ist äußerst aufwändig.“
Der Jungbär soll, wenn möglich, wieder betäubt und mit der GPS-Technik ausgestattet werden. „Sollte er in Tirol gesichtet werden, könnten auch wir ihn betäuben“, sagt Janovsky. Dazu brauche es aber noch eine rechtliche Grundlage durch die Tiroler Landesregierung. (chris)




