23.05.2012
Imst

Im Ötztal gehen Kultur und Natur gemeinsame Wege

Ein gemeinsamer Auftritt von Museen, Ötzi-Dorf und Naturpark Ötztal soll die Kräfte bündeln und die Kosten minimieren.
Kräfte bündeln, so lautet die Devise der Kultur- und Natureinrichtungen im längsten Seitental Tirols. Links am Bild der Gedächtnisspeicher in Längenfeld-Lehn, rechts der Vernagtferner, der zum Gebiet des Naturparks Ötztal gehört.Fotos: Stecher, Vorauer
Foto: bernhard stecher
   

Von Bernhard Stecher

Oetz – Gemeinsam statt einsam: Anstatt dass jeder für sich selbst wirbt, wollen dies das Oetzer Turmmuseum, das Längenfelder Heimat- und Freilichtmuseum, das Ötzi-Dorf und der Naturpark künftig gemeinsam tun. Eine neue Dachorganisation soll unter anderem das Betriebs- und Marketingmanagement vereinen und für den Ausbau, die Fortbildung und eine qualitätsvolle Besucherbetreuung sorgen sowie die Informationsstrukturen ausbauen und Personalkosten übernehmen. Insgesamt sollen dazu in den kommenden zweieinhalb Jahren 734.200 Euro aufgewendet werden.

Der Großteil des Geldes, 454.200 Euro, stammt aus einem Projekttopf des Landes, der Rest muss vom Ötztal selbst aufgebracht werden, wobei der Tourismusverband 110.000 Euro beisteuert. Bleiben die Gemeinden Oetz, Umhausen, Längenfeld und Sölden, von denen jede 39.600 Euro bezahlt. Sautens wird im Verhältnis mit bescheidenen 12.000 Euro zur Kasse gebeten. Hansjörg Falkner, Bürgermeister der Gemeinde Oetz, sieht in dem Projekt „eine gute Geschichte“. Er hofft auch, dass das Projekt 2014 nicht endet, sondern sich „der Nutzen für das gesamte Tal“ verlängern werde.

Im Falle der Projektgenehmigung durch die Landesregierung würde Leonhard Falkner, Geschäftsführer des Ötzi-Dorfes, die Projektkoordination übernehmen. Seitens des Landes spricht man von einem Pilotprojekt. Dem Ötztaler Beispiel sollen demnach Zusammenschlüsse von Kulturvereinigungen auch in anderen Landesteilen folgen.

Für Christian Nösig vom Turmmuseumsverein Oetz ist die Gründung dieser Dachorganisation der einzige Weg, um langfristig reüssieren zu können. Aus dem aktuellen Topf würde seine Oetzer Einrichtung neben den Minderausgaben im Marketingbereich auch 50.000 Euro an Personalkosten lukrieren.

Geht es nach den Vorstellungen der Ötztaler Förderwerber, soll die Arbeit bereits mit 1. Juni aufgenommen werden.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 23.05.2012
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