28.08.2012
Gurgiser im Interview

Kampfansage an Liste Fritz

Fritz Gurgiser will für den Bürgerklub die Hälfte der Wähler von Fritz Dinkhauser holen, auf Sachpolitik setzen und Transitgegner erneut auf der Autobahn versammeln.
Infobox

Politik in Schlagworten

Agrar: Die bisherigen Blockierer haben zu verantworten, dass der Gegenwert ganzer Wälder statt in Agrar- oder Gemeindekassen in Advokatenkassen landet.

Landflucht: Wer die Betriebe verjagt, erntet Landflucht. Kein Betrieb, keine Arbeit, kein Geld – Flucht. Richtig würde es übrigens Landvertreibung heißen, denn niemand verlässt freiwillig seine Familie und sein Dorf.

Hypo Tirol Bank: Wir haben eine klare Position: kein Tiwag-Geld für kriminelle Machenschaften.

Kraftwerke: Wir haben dem Kriterienkatalog zugestimmt. Ich sehe mich als Staatspreisträger für Natur- und Umweltschutz und werde sehr genau darauf achten, ob der Kriterienkatalog eingehalten wird.

Transit: Wir haben viel erreicht, was den Lärmschutz angeht. Was wir noch nicht geschafft haben, ist eine mengenmäßige Begrenzung des Transits.

Brennerbasistunnel: Der Tunnel ist leider Gottes der größte Betrug an der Bevölkerung, weil er die Transitproblematik nicht löst. Außerdem ist er ohne abgeschlossenes UVP-Verfahren ein Schwarzbau und wird noch die Gerichte beschäftigen.

Politikverdrossenheit: Es gibt eine Politikerverdrossenheit, die durch schwarze Schafe entstanden ist. Politik an und für sich interessiert die Menschen schon.

Hoffentlich gut erholt aus dem Griechenland-Urlaub zurück. Was steht beim Bürgerklub im Herbst auf der Agenda?

Fritz Gurgiser: Es gibt keine Schwerpunkte im Herbst, bei uns gibt es das ganze Jahr Engagement für die Leute.

Sie haben Ihr Team für die Landtagswahl vor Wochen vorgestellt, seitdem ist es ruhig geworden.

Gurgiser: Wir haben nur mit ein paar Leuten erklärt, dass wir antreten werden. Es braucht keine Politshow. Wir kümmern uns um das Thema Wohnen und die Luftgüte. Wir sagen, Tempo 60 für Lkw, 80 für Busse und 100 für Pkw auf der Autobahn ist Pflicht, weil die Gesundheit wichtiger ist, als schnell zu fahren.

Sie haben bereits vor Monaten damit gedroht, die Autobahn erneut zu blockieren. Wird daraus was?

Gurgiser: Es wird wieder eine Bürgerversammlung auf der Autobahn brauchen, damit Bewegung in die Transitdebatte kommt. Das steht für mich außer Streit. Die Belastung hat sich verändert, sie geht nicht mehr nur vom Transit, sondern auch vom Pkw aus. Es hat aber keiner den Mut zu sagen, wir müssen eine Eigenleistung bringen.

Tempo 100 als Wahlprogramm ist mehr als gewagt. Alle anderen Parteien mit Ausnahme der Grünen hüten sich davor.

Gurgiser: Es geht um die Gesundheit und ich bin sicher, dass die Tiroler bereit sind, einen Beitrag zu leisten.

Die anderen Parteien sind dabei, die Listen für die Landtagswahl zu erstellen. Wer findet sich denn auf der Liste des Bürgerklubs?

Gurgiser: Wir wissen ja noch nicht einmal, wann gewählt wird. Man sollte sich überlegen, die Gagen für Politiker zu reduzieren, weil sie fürs monatelange Listenerstellen nicht gewählt wurden.

Es wollen so viele Listen bei der Landtagswahl antreten. Tun Sie sich schwer, Mitstreiter zu finden?

Gurgiser: Wir haben Mitstreiter, die im Beruf und in der Familie stehen. G‘standene Leit. Das politische Funktionärssystem wollen wir nicht haben. Wir brauchen Leute mit Mut zu Reformen. Wir tun das, was wir 2008 versprochen haben.

2008 sind Sie für das Bürgerforum ins Rennen gegangen und haben sich dann mit Listen-Chef Fritz Dinkhauser zerkracht. Was glauben Sie, wie viel Prozent können Sie Dinkhauser wegnehmen?

Gurgiser: Wir haben damals die 18,5 Prozent für das Bürgerforum je zur Hälfte gemacht. Das ist bekannt und wurde von der Universität Innsbruck analysiert. Welche Themen und welche Köpfe waren ausschlaggebend für die Wähler. Das Ergebnis liegt auf dem Tisch und lautete halbe-halbe bei Dinkhauser und Gurgiser.

Trotzdem wird wohl beim Wähler ein Erklärungsbedarf bestehen, wofür der Bürgerklub und wofür das Bürgerforum steht.

Gurgiser: Nicht wir haben das Bürgerforum verlassen, sondern die anderen uns. Es war ein Fehler von Fritz Dinkhauser, zur Nationalratswahl anzutreten. Das haben wir, also Thomas Schnitzer und ich, erkannt. Aus heutiger Sicht ist das auch wurscht. Die Karten werden bei der Wahl neu gemischt.

Sie haben für den Bürgerklub Klubförderung erhalten. Die Höhe war durchaus umstritten. Wie finanzieren Sie denn den Wahlkampf?

Gurgiser: Wir führen grundsätzlich keinen Wahlkampf. Wir sind ja nicht im Krieg. Wir werden unsere Positionen bewerben und werden uns keine Materialschlacht liefern. Der persönliche Einsatz zählt und zum Glück habe ich einen hohen Bekanntheitsgrad.

Um überhaupt antreten zu können, brauchen Sie Unterstützungserklärungen oder die Zustimmung von drei Landtagsabgeordneten. Sie sitzen zu zweit im Landtag. Sind damit zwei Drittel des Jobs erledigt?

Gurgiser: Ich bin ein Herzblutdemokrat. Wenn ich die Unterstützungserklärungen nicht zusammenbringe, habe ich in der Politik eh nichts verloren. Wir werden die Monate nützen, um den Leuten klarzumachen, dass es wichtig ist, wählen zu gehen.

Ihnen wird von politischen Gegnern vorgeworfen, zu oft als Steigbügelhalter der ÖVP zu fungieren. Grenzen Sie sich zu wenig von der ÖVP ab?

Gurgiser: Das ist ein erfundener Vorwurf. Die Grünen und die Blauen stimmen bei den Regierungsvorlagen genauso mit. Wir machen Sachpolitik und nach der wird entschieden, egal wer was im Landtag einbringt.

Die politische Praxis sieht anders aus. Braucht es eine neue Form von Politik?

Gurgiser: Die Zeit, wo man Anträge ablehnt oder aussetzt, nur weil sie von der anderen Partei kommen, ist vorbei. Ich bin überzeugt davon, dass der Wähler dieses Verhalten abstraft.

Das Interview führte Anita Heubacher

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 28.08.2012
Fahrplaninfo
sperrstunde
Parship
Jobs
Unterkunftssuche

    36. Innsbrucker Wochenendgespräche

    Wann: 25.05.2013
    Wo: Tiroler Landestheater -

    Die Geschichte von Babar dem kleinen Ele...

    Wann: 26.05.2013
    Wo: Tiroler Landestheater -

    FRAGILE!

    Wann: 26.05.2013
    Wo: Tiroler Landestheater - Kammerspiele

    Trailer - Mutter und Sohn

    Barbu (Bogdan Dumitrache) rast 50 Stundenkilome...

    Trailer: Eine Dame in Paris

    Anne verlässt Estland nach Paris, um sich dort...

    Trailer: Pieta

    Der südkoreanische Filmemacher Ki-duk Kim füh...
    Panoramabilder
    Panoramabilder
    Panoramablick
    Events · Kino · TV · Motor · Multimedia · Musik · Stars · Leben ·
    AGB Kontakt Impressum