Mit fleischigen Sünden zum Bauch
Problem Übergewicht in Österreich
Wien – Der Grund für das starke Übergewicht der Österreicherinnen und Österreicher liegt auf der Hand. Sie essen zu viel und machen zu wenig Bewegung. „Die Energiebilanz stimmt nicht“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) bei der Präsentation des Ernährungsberichts 2012 gestern in Wien. Darüber hinaus liegen die Konsummengen für Obst und Gemüse deutlich unter den Empfehlungen. Ältere Menschen verspeisen davon am wenigsten. Auch stärkehaltige Produkte (Brot, Reis, Nudeln, andere Getreideprodukte, Kartoffeln), Milch- und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte werden zu wenig verzehrt.
Demgegenüber werden viel zu viele Fleisch- und Wurstwaren gegessen, insbesondere von den Männern. In allen Altersgruppen wird dadurch mehr Kochsalz zugeführt als maximal empfohlen. Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen und älteren Menschen liegt die Aufnahme sogar über dem als gesundheitlich bedenklich eingestuften Wert von zehn Gramm pro Tag. Auch der Verzehr von Süßwaren, Knabbereien und zuckerhältigem Gebäck ist in allen Gruppen zu hoch.
Zu wenig Kohlenhydrate, dafür zu viel Fleisch und Wurst: Das sei durchaus eine Folge der Low-Carb-Bewegung also dem Trend, Brot und Nudeln zu verteufeln, sagt Ingrid Kiefer, Mitautorin des Ernährungsberichts. Der Trend habe auch einen positiven Effekt. Der Status an Omega-3-Fettsäuren sei durch den vermehrten Konsum von Fisch abgedeckt.
Zu den Nährstoffen, bei denen häufig Mängel zu verzeichnen sind, zählen Vitamin D, Folsäure, Calcium und Jod. Hinzu kommt Eisen bei Schulkindern und Frauen im gebärfähigen Alter (unter 50). Grenzwertig ist die Zufuhr von Magnesium bei Männern und älteren Menschen.
Das größte Problem aber bleibt das Übergewicht. 40 Prozent der Erwachsenen wiegen zu viel, davon sind zwölf Prozent adipös. Männer sind mit 52 Prozent deutlich häufiger übergewichtig als Frauen (28). Bei den Buben (sieben bis 14 Jahre) kämpfen 26 Prozent gegen ihre Kilos, bei den Mädchen bringen 22 Prozent zu viel auf die Waage. Und nach wie vor sind die Menschen in Ostösterreich dicker als jene im Westen.
Der österreichische Ernährungsbericht, der alle fünf Jahre veröffentlicht wird, beleuchtet das Ernährungsverhalten der Menschen. Zum ersten Mal wurden auch Analysen von Blut- und Harnproben durchgeführt. (APA, TT)



