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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 19.11.2012

Kirchler verteidigt Wackers aggressive Spielweise

Wallner nach Ausschluss in Salzburg drei Spiele gesperrt – 13-mal Gelb, zweimal Rot und einmal Gelb-Rot in fünf Spielen unter Kirchler.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Der FC Wacker bezog im Westderby zwar die zwölfte Niederlage im 16. Saisonspiel, für Roland Kirchler war Salzburg trotzdem eine Reise wert: „Weil wir uns teuer verkauft haben und Fortschritte klar erkennbar sind.“ Es gibt auch andere Zahlen, die für Diskussionsstoff sorgen. In den fünf Spielen unter Chefcoach Kirchler kassierten die schwarzgrünen Profis 13 Gelbe Karten, einmal Gelb-Rot und zweimal Rot. „Ich war nie ein Treter und werde das als Trainer auch nie gutheißen. Aber in unserer Situation muss man aggressiv auftreten. Mag schon sein, dass wir zuweilen etwas übermotiviert sind, aber lieber so, als sang- und klanglos unterzugehen. Außerdem waren die beiden Feldverweise für Schütz und Hauser ein Witz“, so Kirchler.

Kein Witz war der Ausschluss von Roman Wallner in der Red-Bull-Arena. Das derbe Foul samt Rot lag dem Wacker-Stürmer auch gleich wie ein Stein im Magen. Er entschuldigte sich nach dem Schlusspfiff in der Salzburg-Kabine bei Kevin Kampl. Bei der gestrigen Strafsenatssitzung sagte Wallner auch aus. Was nicht viel nützte, denn drei Spiele Sperre wegen rohen Spiels lautete das harte Urteil.

„Die Spiele, in denen wir punkten müssen, kommen erst“, meinte Wallner noch in den Katakomben der Red-Bull-Arena. Was ohne den 30-Jährigen im Sturm und den gelbgesperrten Carlos Merino im Mittelfeld am Samstag im Tivolistadion gegen Sturm Graz schwer werden wird. Die gelbe Gefahr ist bei den Schwarzgrünen übrigens weiter präsent – mit Dario Dakovic, Martin Svejnoha und Tomas Abraham stehen gleich drei Wacker-Profis bei vier Verwarnungen und damit unmittelbar vor einer Spielsperre.

Für die Bullen brachte der 2:0-Erfolg im Derby nicht nur drei Punkte im Titelkampf, sondern auch zwei Ausfälle. Jonathan Soriano zog sich einen Bändereinriss im rechten Sprunggelenk zu und fällt rund vier Wochen aus. Die Herbstsaison ist für den spanischen Stürmer damit fast sicher schon zu Ende. 2012 ganz sicher nicht mehr zum Einsatz kommen wird Innenver­teidiger Rodnei, der gestern wegen mehrerer Brüche im Bereich der rechten Augenhöhle operiert wurde.