Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 19.11.2012

Wiedersehen mit „Griaß di“ im Parlament

Die Jungbauern und NR Hermann Gahr (VP) bringen den strittigen Schutz der Wortmarke im zweiten Anlauf ins Hohe Haus.

Von Christoph Mair

Innsbruck, Wien – Noch vor einem Monat hatte sich Werner Nosko, Gründer der Initiative „Rettet Griaß di“, von seinem Ziel verabschieden müssen. Trotz großen Ein­satzes und allgemeiner Euphorie wollte es ihm nicht gelingen, die 500 Unterschriften für eine parlamentarische Bürgerinitiative zur Rettung von „Griaß di“ zusammenzubringen. Nationalrat und Regierung sollten gegen den Schutz der Wortmarke durch ein deutsches Unternehmen protestieren und Druck für eine Änderung der EU-Rechtslage machen. Daraus wurde im ersten Anlauf nichts.

Das Blatt wendete sich schlagartig, als Nosko die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend als Unterstützer begrüßen konnte. Die mit knapp 18.000 Mitgliedern größte Jugendorganisation Tirols brachte in kürzester Zeit einen Großteil der Unterschriften zusammen; mit jenen, die Nos­ko bereits gesammelt hat, soll die Hürde genommen werden. „Wir haben gemerkt, dass das gerade unter jungen Leuten für Unmut gesorgt hat“, erklärt Landesleiterin Kathrin Kaltenhauser den Grund, sich für „Griaß di“ ins Zeug zu legen. „Wir können nicht akzeptieren, dass sich jemand die Wendung aus dem allgemeinen Sprachgebrauch gegen Geld registrieren lässt und sie nicht mehr auf Drucksorten verwendet werden darf.“

Gleicher Meinung ist auch der Tiroler Nationalratsab­geordnete Hermann Gahr (VP): „Das soll ein Schuss vor den Bug sein, damit sich die Praxis nicht weiter aus­breitet.“

Gahr will die Unterschriften noch diese Woche im Parlament einbringen, damit die Frage das erste Mal in der Sitzung des Petitionsausschusses nächste Woche thematisiert wird. Der Ausschuss dürfte als Erstes beim zuständigen Wirtschaftsministerium eine Stellungnahme einholen. Initiator Werner Nosko zeigte sich über die Unterstützung erfreut, wollte aber die tatsächliche Einbringung abwarten.