Verletzte Bundesheer-Soldaten in Wien eingetroffen
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Vom Golan sollten die Soldaten nach Österreich ausgeflogen werden. Der einzige Weg führt dabei über Damaskus in Syrien. Dort herrschen derzeit bürgerkriegsähnliche Zustände.
Foto: APA
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Rund 370 Soldaten des österreichischen Bundesheers sind derezeit am Golan stationiert. 35 Tiroler befinden sich im Kontingent der rot-weiß-roten Blauhelme. Die Aufgabe der Österreicher ist es, die Grenzen am Golan zu überwachen bzw. zu sichern. Der einzige Nachschubweg führt via Damaskus zum Golan.
Damaskus, Wien – Vier österreichische Soldaten der UNO-Friedenstruppe auf dem Golan sind am Donnerstagnachmittag auf dem Weg zum Flughafen in Damaskus verletzt worden. Ein 25-Jähriger Steirer wurde bei dem Angriff unbekannter Täter auf den rund 100 Soldaten umfassenden österreichischen Konvoi am Arm, ein 53-Jähriger Burgenländer an der Schulter angeschossen. Zwei weitere Soldaten wurden durch Splitter verletzt. Die Soldaten befanden sich mit 70 weiteren Österreichern, die ihren Dienst auf den Golanhöhen erst beginnen sollten, auf dem Flughafen von Damaskus.
Die Soldaten wurden am Schwechater Flughafen von Freunden und Verwandten empfangen. Gegenüber der APA zeigten sich Offiziere erleichtert, dem Konfliktgebiet ohne Todesopfer entkommen zu sein. Die Soldaten sollten in das Garnisonslager Götzendorf verlegt und dort medizinisch untersucht und psychologisch betreut werden.
Soldaten auf dem Heimweg
Jene rund 100 österreichischen UN-Soldaten, die ihren Einsatz auf den Golanhöhen heute beendet haben, sind auf dem Rückweg nach Österreich. Unter ihnen sind auch die zwei leicht verletzten österreichischen Blauhelme. Eine Ankunft der von der UNO gecharterten Boing 767 rechnet man im Verteidigungsministerium nicht vor 01.15 Uhr Freitagfrüh.
Die beiden anderen Österreicher, die von bisher noch unbekannten Tätern angeschossen wurden, befinden sich zur weiteren Behandlung in einem Krankenhaus in Israel. Sowohl der 53-jährigen Vizeleutnant aus dem Burgenland, der einen Steckschuss an der Schulter erlitt, als auch der am Arm leicht verletzte 25-jährige Korporal aus der Steiermark sind stabil und außer Lebensgefahr, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. In ersten Berichten hatte es fälschlich geheißen, der 25-Jährige sei an der Schulter verletzt worden. Eine ägyptische und eine saudi-arabische Fluglinie gaben am Donnerstag bekannt, ihre Flüge nach Damaskus aufgrund der „sich verschlechternden“ Sicherheitssituation abzusagen. Die AUA fliegt bereits seit November 2011 nicht mehr nach Damaskus.
Jene 70 Soldaten, die das nächste halbe Jahr auf dem Golan verbringen sollen, würden jedenfalls noch bis Freitag auf dem Flughafen der syrischen Hauptstadt bleiben. Dort sei es sicher, sagte der Sprecher des Verteidigungsministerium, Oberst Michael Bauer. Dies bestätigte auch der Kommandant des österreichischen Kontingents am Flughafen, Oberst Andreas Rotheneder: „Wir haben die Situation im Griff. Die oberste Priorität hat die Versorgung der Verwundeten und die Sicherheit unserer Soldaten. Wir sind auf derartige Situationen vorbereitet,“ hieß es in einer Aussendung.
Überwachung der Pufferzone
Die Soldaten sind Teil des rund 370 Österreicher umfassenden UNO-Kontingents auf dem Golan. Die UNDOF-Mission („United Nations Disengagement Observer Force“) überwacht dort eine Pufferzone zwischen Syrien und dem von Israel besetzten Golan. Die Teilnehmer der Mission werden halbjährlich ausgetauscht - die attackierten Österreicher befanden sich auf dem Weg zum Flughafen der syrischen Hauptstadt, um von dort nach Wien zu fliegen. Eine weiter Gruppe österreichischer Soldaten sei bereits vor ihnen abgeflogen und wohlbehalten angekommen, sagte Bauer. Bei dem Vorfall habe es sich um den ersten derartigen Zwischenfall gehandelt. Auf dem Golan selbst ist die Lage ruhig, so der Sprecher.
Außenminister Michael Spindelegger (V) und Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) verurteilten den Angriff auf die österreichische UN-Soldaten am Donnerstag auf das Schärfste. „Die österreichische Bundesregierung wird gemeinsam mit der UNO alles daran setzen, dass der Vorfall lückenlos aufgeklärt wird“, so Darabos und Spindelegger in einer Aussendung.
Österreich werde zudem „umgehend einen deutlichen Protest“ beim UNO-Sicherheitsrat einlegen. Das Außenministerium zitierte zudem noch am Donnerstagabend den syrischen Botschafter ins Ministerium. Der Generalsekretär des Außenministeriums, Johannes Kyrle, habe Bassam Sabbagh aufgefordert, für die „größtmögliche Sicherheit“ der österreichischen Soldaten zu sorgen und die medizinische Versorgung sicherzustellen, hieß es in einer Aussendung des Außenministeriums. Der syrische Botschafter brachte demnach sein tiefes Bedauern zum Ausdruck und versprach die österreichischen Forderungen umgehend nach Damaskus weiterzuleiten. (APA)
aktualisiert: Fr, 30.11.2012 09:54






