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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 23.12.2012

2013 bringt viel Neues

Schärfere Strafen, neue Führerscheine

Verkehrssünder müssen ab 2013 mehr zahlen als derzeit, der Führerschein ist EU-einheitlich und läuft nur noch befristet.

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Wien, Innsbruck – Ab 1. Jänner werden die gesetzlichen Strafrahmen für Organmandate und Anonymverfügungen erhöht. Bisher betrug die Obergrenze für Organmandate 36 Euro. Künftig wird sie 90 Euro betragen. Bei den Anonymverfügungen liegt das Limit ab kommenden Jahr bei 365 Euro, bisher waren es 220 Euro.

Begründet wird die Erhöhung mit einer Verwaltungsvereinfachung. Durch die Anhebung der Obergrenze können die Strafgelder für mehr Delikte als bisher an Ort und Stelle eingehoben werden und es müssen weniger Anzeigen erstattet werden. Verkehrsexperten glauben aber, dass damit eine allgemeine Anhebung der Strafhöhen kommen wird, weil das Strafniveau seit dem Euro-Start 2002 nicht erhöht worden sei.

Telefonieren beim Fahrradfahren wird mit Ende März 2013 verboten. Ähnlich wie beim Autofahren darf allerdings eine Freisprecheinrichtung verwendet werden. Wer das nicht tut, muss mit 50 Euro Strafe rechnen.

Das Mautpickerl wird auch für das kommende Jahr wieder teurer, die Farbe ist diesmal himbeerfarben. Der der Inflation angepasste Preis für die Jahres-Autobahnvignette beträgt für Pkw 80,60 nach bisher 77,80 Euro und für Motorräder 32,10 nach 31 Euro. Wer ohne gültige Plakette erwischt wird, zahlt im Fall eines mehrspurigen Fahrzeugs 120 Euro Ersatzmaut und 65 Euro für ein einspuriges.

Ab kommendem Jahr gibt es ein EU-weit einheitliches Führerscheinformat. Jeder EU-Bürger hält ab 2013 bei Neuerwerb oder Umtausch den gleichen Führerschein im Scheckkartenformat in Händen. Künftig wird das Dokument alle 15 Jahre getauscht werden müssen. Die Kosten betragen 55,70 Euro. Alte Dokumente bleiben bis zum 19. Jänner 2033 gültig.

Jugendliche dürfen bereits mit 16 bzw. 16,5 Jahren ihre Motorrad- und Pkw-Führerscheinausbildung beginnen. Für Moped und Mopedauto-Fahrer ist eine eigene Führerscheinklasse AM vorgesehen. Voraussetzung für den Erwerb ist eine theoretische Prüfung und ein Mindestalter von 15 Jahren. Mit frühestens 16 kann nach abgelegter Führerscheinprüfung eine Lenkberechtigung für die Klasse A1 (125 ccm) erworben werden. Danach ist es im zweijährigen Rhythmus nach Schulung oder praktischer Fahrprüfung stufenweise möglich, auf die Klasse A2 (bis 35 kW) und schließlich die Klasse A umzusteigen. Das Mindestalter für Lenker von leistungsstärkeren Motorrädern wurde von 21 auf 24 Jahre erhöht.

Jugendliche dürfen ab 19. Jänner bereits im Alter von 15,5 (bisher 16,5) Jahren mit der L17-Führerscheinausbildung beginnen. Alleine Auto fahren dürfen sie aber nach wie vor erst ab dem 17. Geburtstag – nach abgelegter Fahrprüfung. (va, APA)

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