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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 27.12.2012

Königliche Mission für eine bessere Welt

10.000 Tiroler Kinder ziehen bis 6. Jänner als Sternsinger von Haus zu Haus. Gestern fand die Sendungsfeier in Schwaz statt.

Von Angela Dähling

Schwaz – Ein Hauch von Bethlehem lag gestern in der Myrrhe geschwängerten Luft des Schwazer Bundesrealgymnasiums. 220 junge Sternsinger der Diözese Innsbruck trafen sich hier zur alljährlichen Sendungsfeier mit Bischof Manfred Scheuer. Andächtig lauschten die kleinen Melchiors, Kaspars und Balthasars den Worten des Bischofs beim Abschlussgottesdienst.

Durchaus lebhaft ging es zuvor in den Schulräumen zu. Denn dort konnten die Kinder an zehn Stationen spielerisch viel Wissenswertes über Äthiopien lernen. Auch das Austoben kam nicht zu kurz. „Wir wollen den Kindern an diesem Tag etwas zurückgeben für ihren Einsatz als Sternsinger“, erklärt Eva Muther, Referentin der Dreikönigsaktion. Aurelia (15) aus Imst zieht seit acht Jahren als Sternsinger durch ihre Heimatstadt. „Es macht Spaß, neue Leute kennen zu lernen und Spendengelder für jene Kinder zu sammeln, denen es nicht so gut geht“, erklärt sie ihre Motivation. Sie weiß inzwischen auch, wo Sternsinger willkommen sind und wo weniger: „In den Gewerbegebieten läuft es nicht so gut“, sagt sie. In den Wohngebieten indes würden manche auf den Besuch der Sternsinger regelrecht warten und anrufen, wenn keiner vorbeikam, ergänzt die Betreuerin der Imster Jungschargruppe Elisabeth Thurner.

Es werde immer schwieriger, genügend junge Sternsinger zusammenzubekommen, berichtet eine Betreuerin. Das liege nicht selten an den Eltern, die u. a. terminliche Gründe dafür nennen, dass ihre Kinder nicht mitgehen können. Auch zur Sendungsfeier waren knapp 300 Kinder angemeldet gewesen, teilgenommen haben 220.

Tirolweit werden dieser Tage wieder rund 10.000 Sternsinger für eine gerechtere Welt unterwegs sein – 7000 in der Innsbrucker Diözese, der Rest in der Salzburger Diözese und 85.000 Kinder in ganz Österreich. Gemeinsam legen sie dabei vom 27. Dezember bis zum 6. Jänner geschätzte 420.000 km zurück und umrunden damit zehnmal den Erdball. Sie bringen Segenswünsche zu den Menschen und füllen ihre Kassen. Die gesammelten Spenden ermöglichen ein besseres Leben für rund eine Million Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Seit über 50 Jahren garantiert die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, den effizienten Einsatz der Sternsingerspenden. Die Finanzen der Dreikönigsaktion werden jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Das „Spendengütesiegel“ garantiert Transparenz und objektive Sicherheit bei der Spendenabwicklung. Jede Sternsingergruppe führt einen Ausweis mit Pfarrstempel mit sich. So lässt sich leicht erkennen, dass sie im Auftrag der Katholischen Jung­schar unterwegs sind. Im Vorjahr wurden österreichweit 15,3 Millionen Euro gespendet. Seit den Anfängen im Jahr 1954 wurden insgesamt mehr als 330 Millionen Euro für notleidende Menschen ersungen. Damit ist die Sternsingerakion die größte Sammlung für Entwicklungsländer in Österreich.