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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 07.01.2013

Nach RollRinn ist vor RollRinn

Die Bilanz der RollRinn-Organisatoren fällt trotz des verregneten Wochenendes positiv aus. Zahlreiche freiwillige Helfer waren heuer wieder im Einsatz. Noch im Jänner beginnen die Planungen für 2014.

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Rinn – RollRinn und das Wetter – eine Kombination, die nicht recht zusammenpassen will. Während vor drei Jahren Besucher und Athleten bei minus 20 Grad um die Wette froren, vor zwei Jahren vom Föhnsturm beinahe verblasen wurden und 2012 im dichten Schneetreiben zu versinken drohten, goss es heuer aus allen Kübeln.

Und trotzdem ziehen die Organisatoren der Veranstaltung, die von Donnerstag bis Sonntag rund 7000 Menschen nach Rinn gelockt hat, eine durchwegs positive Bilanz. „Bei RollRinn geht es um zwei zentrale Punkte“, erklärt Organisatorin Birgitt Drewes. „Dem Behindertensport eine Plattform zu bieten und den karitativen Gedanken zu leben.“ Das sei auch heuer wieder sehr gut gelungen, schon alleine deshalb könne man RollRinn 2013 als Erfolg bezeichnen, meint Drewes. Im sportlichen Bereich würde das das Antreten von Behindertensportlern aus 18 Nationen beweisen. „Rinn hat international inzwischen einen sehr positiven Ruf. Die Sportler selbst sagen, dass sie das Engagement und die Betreuung hier schätzen“, berichtet die Organisatorin.

Diverse Benefizaktionen bei und rund um RollRinn haben überdies im Laufe der zwölf Jahre 200.000 Euro für bedürftige Familien oder behinderte Sportler in die Kassen gespült, allein im vergangenen Jahr waren es 30.000 Euro. So konnte etwa ein Bub einer Innsbrucker Volksschule, der im Rollstuhl sitzt, an der Skiwoche teilnehmen, weil RollRinn die Leihgebühr für sein spezielles Sportgerät – einen so genannten Biski – übernahm. Als dieselbe Volksschule im Frühsommer einen Lesewettbewerb gewann, schlug der Bub vor, das Geld wiederum dem Verein RollRinn zu spenden.

Es sind Aktionen und Erlebnisse wie diese, die nicht nur die Organisatoren Jahr für Jahr neu motivieren, sondern auch die zahlreichen Helferinnen und Helfer aus dem Dorf und in den Vereinen. 300 Ehrenamtliche und Freiwillige waren heuer wieder direkt in die Organisation und Abwicklung der Veranstaltung eingebunden.

Binnen der kommenden 14 Tage findet eine Abschlussbesprechung statt. „Dabei wird analysiert, was gut gelaufen ist und was man verbessern könnte“, erklärt Organisatorin Birgitt Drewes. Diese Besprechung ist gleichzeitig der Startschuss für die Planungen von RollRinn 2014. Erste Kontaktaufnahmen mit Künstlern, die ihre Bilder im nächsten Jahr wieder für einen guten Zweck versteigern, hat es bereits gegeben, sagt Drewes. Vor RollRinn ist eben nach RollRinn. Doch bei allem Erfolg haben die Organisatoren für das nächste Jahr einen bescheidenen Wunsch: dass endlich auch das Wetter wieder einmal mitspielt.

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