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Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Lückenbüßer gegen den Pflegenotstand

1562 Frauen aus dem Osten sind in Tirol offiziell in der 24-Stunden-Betreuung tätig. Die Zahl der Anbieter explodiert. Qualitätskontrolle tut not.

Innsbruck – Angelica hat ein Jahr lang eine alte Frau im Oberland betreut. 24 Stunden pro Tag für 800 Euro im Monat. „Die Familie hat für mich aber 1800 Euro gezahlt“, sagt Angelica. In Rumänien liegt der Durchschnittsverdienst bei 200 Euro im Monat. Pflegerische Ausbildung hatte sie keine. Angelica war drei Monate am Stück im Einsatz, dann hatte sie zwei Wochen frei, unbezahlt natürlich. Ihr Tag begann um sieben Uhr und endete um 22 Uhr, während der Nacht musste sie nicht aufstehen. Zu ihren Aufgaben zählte die tägliche Körperpflege der Frau, das Aufräumen und Kochen und Spaziergänge mit der Gehbehinderten im Rollstuhl.

„Die Angehörigen waren sehr nett, auch die Oma. Dennoch war es eine sehr anstrengende Zeit“, erzählt Angelica. Am Sonntag hatte sie von 12 Uhr mittags bis 24 Uhr frei. „Ich kenne Kolleginnen, die es schlechter hatten, besonders schwierig ist es, für Demenzkranke zu arbeiten, die manchmal böse werden.“ Mittlerweile arbeitet die 29- Jährige wieder als Friseurin. (pla)