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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 18.01.2013

Niedersachsen 2013

Kopf-an-Kopf-Rennen in Niedersachsen

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Hannover – Schafft es Rot-Grün – oder wird Schwarz-Gelb nach großer Aufholjagd doch wieder bestätigt? Die heutige Landtagswahl in Niedersachsen ist eine der spannendsten seit Jahren. In Deutschlands zweitgrößtem Flächenland können rund 6,2 Millionen Menschen entscheiden, ob die CDU/FDP-Regierung von Ministerpräsident David McAllister (CDU) an der Macht bleibt. Diese Koalition regiert Niedersachsen seit zehn Jahren. Die SPD hat aber realistische Chancen, die Wahl zusammen mit den Grünen zu gewinnen. Rot-Grün und Schwarz-Gelb liefern sich in der jüngsten Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen: SPD (33 Prozent) und Grüne (13 Prozent) kommen laut Institut GMS zusammen auf exakt dieselben Werte wie CDU (41 Prozent) und FDP (5 Prozent). Den Linken und der Piratenpartei würde der Einzug ins Parlament demnach nicht gelingen. 42 Prozent der befragten Bürger waren aber auch noch unentschlossen, für welche Partei sie stimmen wollen – und ob sie überhaupt wählen gehen.

Vor allem das Abschneiden der FDP könnte darüber entscheiden, ob SPD-Herausforderer Stephan Weil (54) Ministerpräsident wird oder sein Kontrahent McAllister (42) an der Macht bleibt. Dieser hatte das Amt des Regierungschefs 2010 von Christian Wulff übernommen, als dieser zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Auf der Zielgeraden holte sich CDU-Kandidat David McAllister noch einmal Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. SPD-Spitzenkandidat Weil bekam Rückhalt unter anderem von Altkanzler Gerhard Schröder. Doch bis zuletzt scheuten beide Kontrahenten den direkten Schlagabtausch. Beide vermieden es, Porzellan zu zerschlagen – sollte es auf eine große Koalition hinauslaufen, könnte das von Vorteil sein. (dpa, TT)

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