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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 21.01.2013

Eine Schule geht mit der Zeit

Neues Logo, Arbeit des Jahres – die Schnitzschule Elbigenalp will im Wettbewerb mit anderen Schulen punkten. Die allgemeine Ferienordnung wird übernommen, drei Monate im Sommer sind bald passé.

Von Peter Friedle

Elbigenalp – Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. An der Schnitzschule Elbigenalp stellt man sich dem gesellschaftlichen Wandel und justiert dauernd Aufgaben, Auftreten und Anforderungen nach. So soll ab kommendem Schuljahr erstmals die in Tirol übliche Ferienordnung gelten. Bisher hatten die Schüler im Sommer drei Monate frei, dafür aber einen enormen Stundendruck während der Unterrichtszeit. Die künftig zusätzliche Freizeit während des Schuljahres soll Platz für Kreativität schaffen.

Alle 60 Schüler und die Lehrer fanden sich kürzlich in der großen Ausstellungshalle der Lechtaler Fachschule ein, um von Schnitzschulvereinsobmann Heiner Ginther und Direktor Ernst Hornstein Strategien für die Zukunft zu erfahren. LA Ginther verwies auf die Investitionen in den letzten Jahren in die Baulichkeiten Schule und Heim, in den Brandschutz, die Raumverbesserungen und in die Wärmetechnik.

Vorgestellt wurde das Werbekonzept mit neuem Logo und der offiziellen Schulbezeichnung „Fachschule für Schnitzhandwerk und Design – Schnitzschule Elbigenalp“. Ein neuer Flyer soll Schülerinnen und Schüler im ländlichen Bereich motivieren, diese Ausbildung anzustreben. Die Schule braucht nicht viele Schüler, sondern Interessenten mit künstlerischen Begabungen und Kreativität, war zu vernehmen.

Elisabeth Forcher aus Forchach, eine ehemalige Abgängerin des grafischen Bereiches der Schule, erstellte im Rahmen einer Diplomarbeit das Konzept der neuen Werbelinie. Die Gestaltung und Umsetzung erfolgte durch die „Agentur duarf91 – die junge Alpenagentur 2012“ aus Elbigenalp. Voll eingebunden waren alle Schüler, die in einem Fotowettbewerb 120 Bilder über die Praxis einreichten. Die besten zehn Fotos sind in der Halle in Großformaten ausgestellt. Diese bildeten die Grundlage für die beiden neuen Flyer, die Hintergründe zum Schulleben erläutern.

Eine große Neuerung gibt es seit November. Es wird die „Arbeit des Monats“ prämiert. Lehrer reichen Schülerwerke wie Schnitz- und Vergolderarbeiten, aber auch Aufsätze und Schülermappen in der Direktion ein. Aus den 15 Arbeiten wurde als Erstes die Schüssel von Michael Egger-Riedmüller aus der 1. Klasse ausgewählt. Aus allen „Best of“ wird am Jahresende die Arbeit des Schuljahres prämiert, die dann über die Sommermonate in den Ausstellungsräumen der Fachschule für Kunsthandwerk und Design bewundert werden kann.

Leider wurde die Präsentation der „Schnitzschule neu“ durch das Ableben des langjährigen Direktors Robert Maldoner überschattet. Maldoner, der selbst die Ausbildung an der Schnitzschule absolvierte, übernahm die Leitung 1986. Wichtig waren ihm auch die internationalen Beziehungen. Ausstellungen und Aktionen im In- und im Ausland sowie zweimalige Krippenaufstellungen im Vatikan haben den Ruf der Schule weit über die Grenzen hinaus begründet. Stolz präsentierte er noch vor zwei Jahren das Angebot der Maturakurse an der Schule, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Krankheitsbedingt konnte er sich in den letzten Monaten nicht mehr einbringen. Robert Maldoner war auch an vorderster Stelle der Innung der Holzgestaltenden Gewerbe Tirols und im Bundesinnungsausschuss tätig.