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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 22.01.2013

Kalkhaltiges Wasser legt in Zell Haushaltsgeräte lahm

Das extrem weiche und gefährlich arsenhaltige Wasser ist in Zell Vergangenheit. Jetzt sorgt der hohe Kalkgehalt regelmäßig für Ärger.

Von Angela Dähling

Zell a. Z. – Installateure und Fachgeschäfte für Haushaltsgeräte haben in Zell alle Hände voll zu tun. Der Grund: Seit vor zwei Jahren das Zeller Trinkwasser aus dem Tiefbrunnen kommt, verkalken Rohre und Haushaltsgeräte relativ schnell. Für Zeller Verhältnisse wahnsinnig schnell. Denn die Zeller waren 60 Jahre lang extrem weiches Wasser mit Härtegrad 3 gewohnt. Jetzt sind es 12,5. Da das weiche Quellwasser den gesundheitsgefährdenden Wert von mehr als 50 Mikrogramm Arsen pro Liter enthielt, musste die Gemeinde handeln und entschied sich für einen Tiefbrunnen – und damit für das kalkhaltige Wasser. „Bei meinem Nachbarn ist alles zu tauschen: erst die Waschmaschine, dann die Duschbrause und die Kaffeemaschine. Auch Probleme mit Boilern, Bügeleisen, Geschirrspülern gibt es überall. Wenn man das Entkalken eine Woche vergisst, ist alles zu“, erzählt FP-Gemeinderat Christoph Steiner.

VBM Andreas Wildauer wiegelt ab: „Wir haben jetzt normales mittelhartes Wasser. Im Inntal ist es viel härter.“ Doch auch er hat sich eine Enthärtungsanlage einbauen lassen. So wie etliche Hotels. Die Kosten dafür liegen zwischen 3000 und 6000 Euro. GR Christoph Steiner sieht die Gemeinde am Zug. Er will sich dafür einsetzen, dass eine Entkalkungsanlage direkt beim Tiefbrunnen eingebaut wird. Der Hydrologe Gert Gasser hält das für eine gute Idee. Er beruhigt die Zeller: „Hartes Wasser ist viel besser für die Gesundheit. Legt man einen Nagel in weiches Wasser und einen in hartes, wird man sehen, dass er im weichen Wasser viel schneller rostet.“