Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 22.01.2013

Föger-Mord: Riesenecho im Internet

Auch das Innenministerium interessiert sich für den umstrittenen Mordfall. Das zeigen über 500 Zugriffe.

drucken

Reutte – Die kürzlich veröffentlichte Internetseite über den umstrittenen Mordfall Angelika Föger stößt auf großes Interesse: „Vor allem im Innenministerium“, sagt Seitenbetreiber und Witwer Walter Föger. Für den Außerferner ein Indiz, dass seine Theorien zum Mord doch nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Die Seite soll nicht nur informieren, sondern auch Hinweise liefern.

Wie bereits mehrfach berichtet, wurde Fögers Ehefrau Angelika vor über 22 Jahren an ihrem Arbeitsplatz, einer Sennerei in Grän, erstochen. Ein 17-jähriger Lehrling gab bald zu, die zweifache Mutter aus sexuellen Motiven erstochen zu haben: 13 Jahre Haft lautete das Urteil.

Der Witwer und sein Cousin, Ex-Gendarm Wolfram Föger, sind sich sicher, dass der Mörder kein Einzeltäter war. Sie vermuten, dass ein weiterer Jugendlicher aus dem Außerfern an der Gewalttat beteiligt war. Ihr stärkstes Indiz: ein blondes Haarbüschel, das in der Hand des dunkelhaarigen Mordopfers sichergestellt wurde.

Ein Innsbrucker Gerichtsmediziner stellte fest, dass das Haarbüschel trotz unterschiedlicher Färbung vom Opfer stammte – ein Irrtum, sind die Fögers überzeugt. Rückendeckung erhalten sie jetzt von zwei Gutachtern aus den USA, die den Mordfall nachträglich untersucht haben.

Vor einem Jahr hat der Witwer Beamte der Ermittlungsbehörden und den vermeintlichen Mittäter angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hat die entsprechenden Ermittlungsverfahren im Spätsommer ergebnislos eingestellt. Jetzt prüft das Gericht den Akt.

Außerdem haben Walter und Wolfram Föger eine Informationsoffensive gestartet. In einem YouTube-Video erklären die Hinterbliebenen die vermeintlichen Ermittlungsfehler. Ein großes Echo findet auch die von Walter Föger eingerichtete Homepage zum Mordfall ( www.mordfall-angelika-foeger-graen.com ). „Wir hatten bereits 150.000 Zugriffe“, so der Witwer. Föger schaut auch, wer sich für die Seite interessiert: „Über 500 Zugriffe kamen aus dem Innenministerium, über 100-mal schaute die Familie des mutmaßlichen Komplizen auf die Homepage.

Weiters findet am 29. Jänner (19 Uhr) im Veranstaltungssaal in Breitenwang ein Info-Abend statt. (tom)

drucken