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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 23.01.2013

Anstieg bei Kreditzinsen droht

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Wien – Auf die heimischen Hoteliers dürften harte Zeiten zukommen. Der Großteil ihrer Investitionen ist von Banken finanziert, die wiederum selbst mit den strengeren Eigenkapitalanforderungen im Zuge von Basel III ringen. „Die Kreditzinsen werden steigen, beachtlich steigen – in den nächsten ein oder zwei Jahren schon“, warnte Professor Leo Chini vom Institut für KMU-Management an der Wirtschaftsuniversität Wien die Hoteliers auf dem Jahreskongress der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Basel III bedeute für die Hoteliers „deutlich höhere Kreditkosten als bisher und bis zu 5 Prozent mehr Eigenmittel“. Banken würden Liquiditätszuschläge und Bearbeitungsgebühren erhöhen.

Viele Hotels haben hohe Schulden, derzeit retten die Hoteliers noch die niedrigen Zinsen. Gleichzeitig ist das Eigenkapital gering. Die Beherbergungsbetriebe müssten ihr Eigenkapital stärken, indem sie auch Gewinne einbehalten, rät Chini. Von ihren Schuldenbergen könnten die Hoteliers nur herunterkommen, wenn sie ein anderes Preisniveau realisierten, ist Chini überzeugt. „Mit den momentanen Preisen werden sie das Problem nicht bewerkstelligen.“

Dabei wird die Konkurrenz immer größer. In Wien etwa werden reihenweise Hotels eröffnet. Dort sind demnach in den vergangenen zwei Jahren 50.000 bis 58.000 Betten dazugekommen. Weitere 26 Hotels seien im Moment in Bau oder Planung. Auch in Tirol haben Tourismus-Experten jüngst vor einer Bettenblase gewarnt. (TT, APA)

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