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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 24.01.2013

Zwei Dietmars rittern um Jenbach

Die Bürgermeisterkandidaten Dietmar Wallner und Dietmar Lachner präsentierten ihre Pläne beim TT-Forum.

Jenbach – Am 17. Februar werden die Karten im Jenbacher Gemeindeamt neu gemischt. Denn dann müssen die Jenbacher wählen, wer Langzeitbürgermeister Wolfgang Holub (SPÖ) nachfolgen soll. Dietmar Wallner (ÖVP) oder Dietmar Lachner (SPÖ).

Beim TT-Forum am Mittwoch im VZ Jenbach stellten sich die Bürgermeisterkandidaten erstmals gemeinsam den Fragen der Bürger und TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern. Ein Parkdeck am Jenbacher Bahnhof scheint für beide ein Muss zu sein. Über das Wie gibt es aber noch Auffassungsunterschiede. Auf Neuverhandlungen setzt Lachner, während Wallner vor rund 400 interessierten Zuhörern von einem Gespräch mit Jörg Angerer, dem Chef des Verkehrsverbundes Tirol, berichtete. „Da würde es Jenbach mit Kosten in der Höhe von 170.000 bis 175.000 Euro treffen. Wenn man bedenkt, dass die Heizung im Bauhof 200.000 Euro kostete, ist das verkraftbar“, verglich der Vizebürgermeister, der auch von neuen Standplatz­erhebungen der ÖBB und damit einem neuen Schlüssel für die Finanzierung berichten konnte.

„Wenn ich mich an das TT-Forum im Vorjahr erinnere, schloss Altbürgermeister Wolfgang Holub eine Mitfinanzierung von Gemeinde­seite aus“, stellte TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern als Diskussionsleiter fest. Wenig wissen will Wallner von einer Kombination von einem Fachmarktzentrum und einem Parkdeck am Toleranz-Areal, das Lachner ins Spiel brachte.

Ein Zukunftsthema ist die Belebung der unteren Achenseestraße, in der es leere Geschäftslokale gibt. „Ich könnte mir vorstellen, dass man nach englischem Muster die Straße überdacht“, sagte Dietmar Lachner. Derzeit arbeitet eine Firma aus Ried im Innkreis an Vorschlägen. „Da können sich alle einbringen. Die Phase der Bestandserhebung ist vorbei, jetzt ist eine Steuerungsgruppe am Ball“, berichtete Wallner auf die Frage von Landeshauptmannstellvertreter Gerhard Reheis nach Mitgestaltungsmöglichkeiten der Bevölkerung.

Ob es wieder einen Halbtagsbürgermeister gebe, wollte eine Stimme aus dem Volk wissen. „In meinem Fall schließe ich das aus. Ich lasse mich im Fall des Falles karenzieren. Mit einem Bürgermeistergehalt von 4600 Euro brutto kann man eine Familie ernähren. Die Hälfte davon geht allerdings an den Fiskus“, sagte Wallner wie aus der Pistole geschossen. Er ist beim Landeskriminalamt in Innsbruck beschäftigt. „Ich habe mit meinem Arbeitgeber eine Vereinbarung getroffen, dass ich mich den Agenden eines Bürgermeisters widmen kann. Ein Vollzeitbürgermeister werde ich aber nicht sein“, zeigt Lachner auf.

In seinem Konzept steht auch die Errichtung von Spielplätzen – und das im Bereich Rossschwemme und am Buchbergl. (zw)