Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 24.01.2013

Weltneuheit: Liftanlage ist Öko-Kraftwerk

drucken

Gerlos – Normalerweise verbrauchen Skilifte viel Energie. Dass sie als Ökostrom-Kraftwerk fungieren, ist dagegen neu. Ein diesbezüglich weltweit einzigartiges Projekt wurde in Gerlos in der Zillertal Arena umgesetzt und gestern der Öffentlichkeit präsentiert. „Die neue mit Solarmodulen bestückte Zauberteppich-Galerie produziert mehr Ökostrom, als die Anlage selbst benötigt. Der überschüssige Reststrom kann ins Stromnetz eingespeist werden“, erklärt Emanuel Wohl­farter, Geschäftsführer der Sunkid Skilift-Fördertechnik GmbH. Die Imster Firma ist weltweit tätig und erwirtschaftet mit 80 Mitarbeitern einen konsolidierten Umsatz von rund 18 Millionen Euro jährlich.

Die 180 Meter lange Anlage in Gerlos benötigt während des klassischen Liftbetriebs (9 bis 16 Uhr) rund 16.000 kWh Strom im Jahr. Durch die auf der Galerie installierte Photovoltaik-Anlage mit 74 Modulen ergibt sich eine Gesamtleistung von etwa 18,25 Kilowatt Peak (kWp), was einer Energiemenge von 22.000 kWh pro Jahr entspricht. Die überschüssige Menge von 6000 kWh Ökostrom – das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von zwei Einfamilienhäusern – wird ins Stromnetz eingespeist. Die Produktion der Solarmodule erfolgt durch die Firma PV Austria in Österreich.

GF Wohlfarter rechnet aufgrund des schnellen Rückflusses der Investitionskosten sowie der geringen Betriebskosten mit einer weltweiten Nachfrage für das neue Förderband-System. David Kammerlander, Geschäftsführer des Skilift-Zentrums Gerlos, freut sich, dass die Zillertal Arena durch diese Investition ihre Innovationskraft gerade in puncto umweltfreundliche Energiegewinnung beweist. Und Seilbahner NR Franz Hörl, der seit Kurzem auch auf dem Dach seines Hotels in Gerlos eine Photovoltaik-Anlage betreibt, meint: „Mich freut es besonders, dass wir im Zillertal wie in vielen anderen Bereichen auch zu Vorreitern für saubere Energie am Berg werden.“ (TT, ad)

drucken