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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 24.01.2013

Sutter-Mord wird neu aufgerollt

Vor fünf Jahren wurde eine Innsbrucker Pensionistin ermordet. Der Täter ist unbekannt. Das soll sich ändern.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Wer war‘s? Wer hat Ende Juni 2007 die 68-jährige Pensionistin Ingrid Sutter in ihrer Wohnung in der Andechsstraße ermordet? Diese Frage ist bis heute unbeantwortet.

Das könnte sich ändern. „Wir arbeiten derzeit an einer operativen Fallanalyse“, bestätigt Christoph Hundertpfund, stv. Chef des Landeskriminalamtes. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich der Versuch, neue Ermittlungsansätze und in weiterer Folge den Mörder zu finden.

Es war am 30. Juni 2007, als ein Verwandter Ingrid Sutter in ihrer Wohnung im fünften Stock des Sternhochhauses Andechsstraße 63 besuchen wollte. Dabei stieß der Zeuge auf die Leiche der Pensionistin.

Wie die Ermittlungen des Landeskriminalamtes ergaben, war die 68-Jährige zwei Tage zuvor mit einem Polster erstickt worden. Aufgrund der Spurenlage gingen die Beamten von zwei Tätern aus.

Wie das Auto der Pensionistin in den Stadtteil Pradl kam, ist bis heute unklar.

Obwohl die Spurenexperten des Landeskriminalamtes 90 DNA-Fragmente in Sutters Wohnung sicherstellten, blieb die Gewalttat ungeklärt.

Auch das Motiv ist noch offen. Ein überraschter Einbrecher kommt ebenso in Frage wie eine Beziehungstat.

Die Ermittler prüften auch das unmittelbare Umfeld des Opfers. Und zwar im Rahmen des bislang umfangreichsten DNA-Tests in der Tiroler Kriminalgeschichte. Über 400 Bewohner der Sternhochhäuser gaben 2008 ihre DNA-Proben ab. Ein Vergleich der genetischen Fingerabdrücke mit den in Sutters Wohnung sichergestellten Spuren führte aber auch nicht zur Lösung des Mordrätsels.

Der „Trick“ bei der jetzt laufenden operativen Fallanalyse: An der neuerlichen Prüfung des Mordfalls sind auch Ermittler beteiligt, die mit dem Mordfall bisher nichts zu tun hatten. Kriminalisten aus Tirol, aber auch Spezialisten für ungeklärte Kapitalverbrechen aus Wien.

Die Hoffnung, die mit dieser Vorgangsweise verbunden ist: dass die Beamten bei der Fallanalyse auf Ermittlungsansätze stoßen, die bisher vielleicht übersehen wurden. „Eine heiße Spur haben wir aber noch nicht entdeckt“, sagt ein Kriminalist.