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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 01.02.2013

Kroatien vor EU-Beitritt auf Ramschstatus

Zagreb – Am 1. Juli 2013 soll Kroatien als 28. Mitgliedsland der EU beitreten. Die Aussichten für das Land sind aber düster. Jetzt hat auch die US-Ratingagentur Moody‘s Kroatiens Rating auf „Ramsch“ herabgestuft. Nach der negativen Bewertung von Standard & Poor‘s im Dezember ist es die zweite negative Benotung des künftigen EU-Mitglieds. Moody‘s begründete die Herabstufung von „Baa3“ auf „Ba1“ mit schlechten Konjunkturaussichten und geringer fiskalischer Flexibilität der Regierung in Zagreb. Der Ausblick wurde von „negativ“ auf „stabil“ gesetzt.

Vom EU-Beitritt erwartet sich die Agentur keine Verbesserung für Kroatien: „Die Kapazitäten der Regierung, die Wirtschaft in Richtung Export zu orientieren, sind sehr begrenzt. Der erwartete EU-Beitritt ist eine positive Entwicklung, doch das europäische Umfeld und die Reform-Trägheit der Regierung werden den Nutzen höchstwahrscheinlich begrenzen“, schreibt Moody‘s. Kroatien habe außerdem höhere Schulden als andere Länder mit der Benotung „Baa3“.

Zwischen 2008 und 2012 ist Kroatiens Wirtschaft jährlich um 1,7 % geschrumpft, das Land habe laut Moody‘s keine neuen Wachstumsquellen. Kroatiens Regierung geht heuer von einem Wirtschaftsplus von 1,8 % aus. Die EU erwartet eine Stagnation. (APA)