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Letztes Update am / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Euro-Krise

Deutsches Finanzministerium spürt Entspannung in Euro-Krise

Der Finanzdruck habe sich laut den deutschen Experten verringert. Sie warnten aber zugleich vor der Gefahr neuer Rückschläge und einem Nachlassen bei dem Spar- und Reformeifer.

Berlin - Das deutsche Finanzministerium sieht einem Magazinbericht zufolge spürbare Fortschritte im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise. Wie der „Focus“ am Samstag unter Berufung auf eine interne Lageanalyse im Voraus berichtete, registrierten die Fachleute von Ressortchef Wolfgang Schäuble „zum Jahresbeginn 2013 eine deutliche Entspannung bei den Faktoren, die im vergangenen Jahr zu erheblichen Verunsicherungen geführt haben“.

So seien die Schuldenstände und Defizite gesunken. Auch hätten sich die Leistungsbilanzen „in allen unter Marktbeobachtung stehenden Euro-Staaten verbessert“. Daher ziehe die Euro-Zone wieder „verstärkt internationales Kapital an“. Die Verbindlichkeiten der Krisenländer zulasten der Bundesbank - so genannte Target-Salden - hätten sich zwischen August 2012 und dem Jahresende um 14 Prozent verringert.

Schäubles Experten warnen dem Bericht zufolge aber zugleich vor der Gefahr neuer Rückschläge und einem Nachlassen bei dem Spar- und Reformeifer. Zwar habe sich auch der Druck an den Anleihemärkten deutlich verringert. Die Konjunkturaussichten für 2013 hätten sich jedoch „erneut eingetrübt“. Da die Schuldenkrise zu einem bedeutenden Teil eine Vertrauenskrise sei, müssten die Euroländer „den eingeschlagenen Weg der strukturellen Haushaltskonsolidierung konsequent fortführen“. (APA/Reuters)