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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 11.02.2013

Finanzer machen Taxifirmen Dampf

Die Finanzpolizei kontrollierte am Wochenende alle Osttiroler Taxifirmen. Anzeigen werden erst geprüft.

Von Catharina Oblasser

Lienz – Mit 21 Mann und 16 Einsatzautos zogen die Beamten des Finanzministeriums am Samstagabend viel Aufmerksamkeit auf sich. Beamte in Uniform waren vor dem Lienzer Bahnhof zu sehen, die Minibusse der Finanz kurvten durch die Innenstadt. Grund war eine Überprüfung sämtliche­r Taxiunternehmen, die im Bezirk tätig sind. „Es war eine Routinekontroll­e“, erklärt Andreas Perotti, Sprecher der Finanzpolizei in Wien. Immer wieder gebe es Anzeigen aus der Bevölkerung, aber auch von Konkurrenzunternehmen – das gilt für ganz Österreich ebenso wie für einzelne Regionen. Lien­z wird dabei von Klagenfurt aus betreut.

So erheben die Beamten, ob die einzelnen Fahrer alle korrekt angemeldet sind oder auch, wie viele Stunden sie schon im Taxi sitzen. „Auch die Situation nach dem Ausländer­beschäftigungsgesetz wird von uns überprüft, oder ob Lohn- und Sozialdumping vorliegt“, erklärt der Ministeriumssprecher. Die betroffenen Firmen selbst finden das in Ordnung, sagt einer der Taxi­unternehmer. „Ich reg‘ mich nicht auf.“ Auch er selbst habe den Beamten Rede und Antwort stehen müssen. „Sie wollten wissen, wer aller fährt und ob die angemeldet sind.“ Sicher sei es darum gegangen, Schwarzarbeiter zu erwischen, meint der Mann. Allein in Lienz gibt es neun Taxi­firmen. In ganz Osttirol sind es etwa 15 Unternehmen.

Ob es Anzeigen geben wird, lässt sich heute noch nicht sagen, meint Pressesprecher Perotti. „Die erhobenen Date­n müssen erst ausgewertet werden.“ Franz Bundschuh, Sprecher der Osttiroler Taxi­firmen, glaubt eher nicht daran. „Vielleicht gibt es ein paar Kleinigkeiten.“ Geärgert habe ihn nur, dass durch die Kontrolle in seinem eigenen Unternehmen der Betriebsablauf gestört wurde. „Die Kundschaft hat 20 Minuten warten müsse­n.“