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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 11.02.2013

Wohnen erhält neues Fundament

Bei der Wohnbauförderung und im Baurecht wird an Schrauben gedreht. Summa summarum soll Wohnen in Tirol billiger werden.

Von Anita Heubacher

Innsbruck – 47.000 Familien können sich freuen. Sie müssen für ihr Wohnbauförderungsdarlehen weniger Zinsen zurückzahlen. Dafür wird die Mindestlaufzeit um viereinhalb Jahre auf 25 Jahre erhöht. Die besseren Konditionen bringen für die Darlehensnehmer 480 Millionen Euro Ersparnis auf 40 Jahre gerechnet. Die Landesregierung hat am Montag ein Wohnbau-Paket verabschiedet. ÖVP und SPÖ sind sich einig, dass es sich um „einen großen Wurf“ handelt.

Ziel sei es, die Mietsprünge abzuflachen, erklärt der zuständige Landesrat, Thomas Pupp (SP). Derzeit verursache der rasante Anstieg bei den Rückzahlungen nach zehn Jahren einen regelrechten „Miettourismus“. Mieter würden sich eine neue Wohnung suchen, um dem Mietsprung in der alten Wohnung auszuweichen. Unter Pupps Vorgänger, Hannes Gschwentner, hatte das Land bereits mehrmals am Rückzahlungsmodus für die Wohnbauförderungsdarlehen gedreht. Dieses Mal sind die Darlehen betroffen, die ab 1. Oktober 1996 laufen. Bei den Rückzahlungen orientiere man sich am Verbraucherpreisindex, bekräftigte auch LH Günther Platter. Tirol sei mit dem Wohnbau-Paket Vorreiter. Es trage dazu bei, dass Wohnen in Tirol billiger werde.

Auf ein neues Fundament soll auch die Bauordnung gestellt werden. Ziel der Änderungen sei es, die Baukosten zu senken, erklärte der zuständige Landesrat Johannes Tratter (VP). Die Frage, ab wann es in Tirol einen Lift und wie viele Auto-Abstellplätze es braucht, beschäftigt seit Langem auch die Wirtschaftskammer. Die Baubranche hatte immer wieder kritisiert, dass die Baukosten aufgrund der Vorschriften in die Höhe schnellen würden. Nun soll noch einmal überarbeitet werden, ob es tatsächlich bei allen Gebäuden mit drei Stockwerken unbedingt einen Lift braucht. Die Anzahl der Auto-Abstellplätze gibt die jeweilige Gemeinde vor. Tratter will Höchstgrenzen einziehen lassen. Eine Studie dazu sei in Auftrag gegeben worden. Es geht darum, die Gemeindeautonomie nicht zu untergraben.

Sparen können Häuslbauer künftig auch, wenn sie ein Carport errichten. Die Brandschutzbedingungen werden für die überdachten Auto-Abstellplätze gelockert.