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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 11.02.2013

Liste Fritz vertagt Entscheidung über ihre Zukunft

Mehrere Stunden tagte gestern Abend der Parteivorstand der Liste Fritz. Ob man ohne Fritz Dinkhauser weitermacht, ist noch offen.

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Von Anita Heubacher

Innsbruck – Offensichtlich ist es keine leichte Entscheidung und alles andere als eine gmahte Wiesn. Gestern konnte sich der Parteivorstand bis zum späten Abend nicht einigen, ob es für die Liste Fritz eine Zukunft ohne Fritz Dinkhauser gibt oder nicht. Bei Redaktionsschluss tagte der Parteivorstand noch. Um 18 Uhr waren die Vorstandsmitglieder in den Parteiräumlichkeiten in Innsbruck eingetroffen. Heute Vormittag will man die gefallenen Beschlüsse öffentlich machen. Deshalb gingen alle Vorstandsmitglieder gestern Abend auf Tauchstation.

Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider blieb zuletzt dabei: Sie will die Liste in die Landtagswahl führen, „wenn die Voraussetzungen passen“. Dazu zählt wohl, dass sie und ihre Mitstreiter den Segen des Listengründers Fritz Dinkhauser bekommen. Dinkhauser hatte gegenüber der TT erklärt, dass er sich für das Wohl Haselwanter-Schneiders verantwortlich fühle. „Der Druck auf den Spitzenkandidaten ist enorm“, meinte Dinkhauser und verwies auf den verstorbenen Klubobmann Bernhard Ernst. Dieser erlag im Dezember einem Herzinfarkt.

Zuletzt hatte Dinkhauser versucht, die Geschicke der Liste in die Hände von Gemeindeverbandschef Ernst Schöpf (VP) oder der ehemaligen VP-Landesrätin Elisabeth Zanon zu legen. Beide sollen abgewinkt haben.

Auf der anderen Seite trauen einige Parteikollegen Haselwanter-Schneider die Parteiführung zu. Landtagsabgeordneter Stephan Zangerl und Bundesrat Stefan Posch haben bereits erklärt, weitermachen zu wollen. Landtagsabgeordneter Andreas Brugger will zwar nicht mehr in den Landtag, würde aber sein Know-how der Liste Fritz weiter zur Verfügung stellen. Allerdings sitzt Brugger nicht im Parteivorstand.

Dinkhauser selbst kann sich auch vorstellen, mit dem Parteigeld politische Projekte zu unterstützen.

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