12.02.2013, 12:30  Aktualisiert: 12.02.2013, 12:51 
Bundesheer

Wirbel um „Triumphzug“: Darabos bleibt Entachers Abschiedsfest fern

Im März verabschiedet sich Generalstabschef Edmund Entacher in Pension. Und das sollte angeblich mit einer 110.000 Euro teuren Parade gefeiert werden. Ein medialer Schlagabtausch mit Minister Darabos ist nun die Folge.
Das Verhältnis zwischen Darabos und Entacher gilt spätestens seit der Wehrpflicht-Debatte als angespannt.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien - Das zerrüttete Verhältnis zwischen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und Generalstabschef Edmund Entacher endet im Unfrieden. Der Minister wird den höchsten Offizier des Bundesheeres nicht persönlich in die Pension verabschieden. Er bleibt dem für den 22. März in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien geplanten Abschiedsfest für Entacher fern. Das bestätigte ein Ministersprecher am Dienstag.

Zuvor hatte der Minister in Boulevard-Medien gegen den zu „pompösen“ Festakt gewettert. In Zeitungen wurde kolportiert, dass bei dem Festakt zwei Eurofighter, eine Hercules und Hubschrauber hätten fliegen sollen. Von einer 110.000 Euro teuren Parade, einem „Triumphzug wie einst bei Publius Cornelius Scipio Africanus in Rom“ war etwa in der „Krone“ die Rede. Einen Festakt in diesem pompösen Ausmaß werde er mit Sicherheit nicht genehmigen, wird Darabos zitiert. Eine derartige Verabschiedung eines Beamten sei absolut unverhältnismäßig.

„Ich wusste von alldem nichts“

Tatsächlich sei aber nur ein Aufmarsch aller Waffengattungen (Defilierung) mit einem anschließenden Empfang mit „Löffelgericht“ (Gulasch und Gemüseeintopf) vorgesehen gewesen. Konkrete Planungen mit einer Kostenaufstellung hat es aber noch nicht gegeben. Nach der medialen Kritik werden jetzt nur Bodentruppen aufmarschieren. Entacher verwies auf APA-Anfrage darauf, dass er diesen Festakt weder geplant habe, noch der Einladende sei. Es sei der Minister, der einlade. „Wer behauptet, ich hätte die Parade bestellt, will mich anpatzen. Ich wusste von alldem nichts“, sagte er etwa gegenüber dem „Kurier“.

Ein militärische Verabschiedung mit einem Eurofighter-Überflug wäre aber nichts Außergewöhnliches gewesen. Erst am 10. Dezember 2012 hatte Günter Höfler das Streitkräftekommandos an Franz Reißner übergeben. Bei dem Festakt flogen vier Eurofighter, es gab auch einen Fallschirmsprung von Soldaten des Jagdkommandos. Auch bei der Kommandoübergabe des niederösterreichischen Militärkommandanten Hans Culik an Rudolf Striedinger gab es einen Eurofighter-Überflug.

Minister Darabos war bei der Verabschiedung Höflers dabei. Den Abschied seines Widersachers in der Wehrpflicht-Debatte, Generals Entacher, lässt er dagegen aus. Er befindet sich auf Auslandsreise in Slowenien. (TT.com, APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 12.02.2013  12:30
aktualisiert: Di, 12.02.2013  12:51
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