Archiv

Letztes Update am AGT-APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Game-News - Nachrichten per Computerspiel

Endgame:Syria erklärt beispielsweise den Konflikt im Nahen Osten. „Wir wollen Leute zum Nachdenken anregen.“

drucken

London - Der nächste Schritt ist wichtig: Wird die Unterstützung der syrischen Rebellen zu- oder abnehmen? Ein Klick auf „Bestätigen“ und das Resultat flackert auf den Computerbildschirm. Es ist nur ein Spiel, aber hier soll der Nutzer spielerisch lernen, dass jeder Schritt, ob politisch oder militärisch, Folgen hat. Es handelt sich um ein neues Konzept: interaktive, Nachrichten-basierte Computerspiele.

Der britische Computerspieleentwickler Auroch Digital hat ein neues Online-Projekt entwickelt, das Nachrichten zum Thema in Computerspielen macht. Das Projekt heißt „Game The News“ („Spiele die Nachrichten“). In den vergangenen Monaten entstanden daraus Online- und Smartphone-Spiele, die auf globalen Ereignissen basieren. Beispiele sind Computerspiele über Kinderarbeit in Usbekistan und über den Konflikt in Syrien.

„Wir wollen auf die Welt um uns herum aufmerksam machen und Leute zum Nachdenken anregen“, sagt der Leiter von Game The News, Tomas Rawlings. „Auch wenn die Spieler Anfangs nicht viel über das Thema wissen, hoffen wir, dass sie sich nach dem Spielen mehr damit beschäftigen werden.“

Das Spiel um den Konflikt in Syrien, „Endgame:Syria“, kam im Dezember vergangenen Jahres heraus und simuliert die Erfahrung der syrischen Rebellen. Tomas Rawlings sagt, der Sinn sei es, Menschen über den Konflikt zu informieren. „‘Endgame:Syria‘ erforscht einen bestimmten Aspekt des Konflikts. Wir arbeiten gerade an einer Neufassung, da ständig etwas Neues geschieht. Es ist uns auch wichtig, dass alle Fakten stimmen.“

Das Team von Game The News besteht aus sieben Entwicklern und hat bis jetzt insgesamt 13 Spiele entwickelt. Das Projekt steckt noch in der Anfangsphase, noch gibt es auch wenige Reaktionen darauf. Rawlings hofft, dass sie in Zukunft ein Nachrichten-Spiel pro Tag veröffentlichen können. „Computerspiele sind ein wichtiges Medium, warum es also nicht als Plattform für Nachrichten nutzen? Wir wollen die traditionellen Medien nicht ersetzen, sondern als neue Form dastehen“, erklärt Rawlings.

Der Markt für Online-, Computer- und Konsolenspiele ist in Großbritannien groß. Mehr als 50 Prozent der britischen Bevölkerung im Alter zwischen sechs und 29 Jahren spielt Computerspiele, wie eine Studie des britischen Parlaments 2012 ermittelt hat. (APA/dpa)

drucken