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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 18.02.2013

Das Auge liest mit

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Innsbruck – Buchumschläge, die auf Körperwärme reagieren, Retrodesigns, Kartonumschläge wie Gefängnismauern, außergewöhnliche Typografien und anderes mehr haben die Jury zur Ermittlung der „schönsten Bücher Österreichs“ 2012 überzeugt: Seit sechzig Jahren werden diese gekürt, aus dem Produktionsjahr 2012 wurden insgesamt 224 Titel von 157 Verlagen eingereicht, teilte der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels am Montag in einer Aussendung mit. Die zehnköpfige Fachjury ermittelte daraus die fünfzehn schönsten in sechs Kategorien, im Bereich „Allgemeine Literatur“ darf sich unter anderem die Tiroler Edition BAES von Elias Schneitter über eine Auszeichnung freuen: „A parallel planet of people and places“ ist eine Sammlung von Lyrik-Texten der exilösterreichischen, heute 85-jährigen Beatnik-Poetin Ruth Weiss in Faksimile-Form, die „einer Geschichte von Gegenkultur“ gerecht werde, so die Jury-Begründung. In derselben Kategorie wurde auch „Der Roman eines geborenen Verbrechers“, herausgegeben von A. G. Bianchi in der Edition Krill, ausgezeichnet.

Zu den schönsten in der Kategorie „Kunstbände und Fotobücher“ zählt das Buch zum Österreichbeitrag der Architekturbiennale Venedig 2012, herausgegeben vom Innsbrucker aut-Chef und Österreich-Kommissär Arno Ritter. Der scheinbar spröde Umschlag von „Hands have no tears to flow. Reports from/without architecture“ (Springer-Verlag) reagiert auf Kontakt und Körperwärme und stellt, so die Jury, damit „schon vor dem Öffnen eine persönliche Verbindung mit dem Betrachter her“.

Außerdem in dieser Kategorie ausgezeichnet wurden „The art of Susanna Fritscher“ (Springer-Verlag), „ Das Bild der Anderen“ von Vera Brandner (Fotohof edition) und „Mögen die schönen Dinge nicht in Vergessenheit geraten. Worte aus fast vergangenen Tagen“ (TRIAS Print Consulting).

Übergeben werden die Preise am 22. April in Wien. (jel)

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