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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 19.02.2013

Heimspiel auf 2300 Metern Seehöhe

Innsbruck – Die Tatsache, dass Franui eigentlich eine Almwiese im Osttiroler Innervillgraten bezeichnet, ist beinahe jedem Rezensenten großer deutschsprachiger Zeitungen zumindest einen Nebensatz wert. Schließlich verleiht das der nach ebendieser Almwiese benannten Osttiroler Musicbanda eine gewisse, vielleicht sogar sympathiefördernde Alpen-Exotik. Die Franui auch konsequent pflegen, wenn etwa „Conferencier“ und Trompeter Andreas Schett bei den Auftritten des Ensembles in breitestem Osttiroler Dialekt durchs Programm führt.

Konsequent haben sich Franui von ihrer Almwiese bzw. dem darunterliegenden Dorf kommend aber auch auf die großen Bühnen gespielt: Mit ihren viel beachteten Bearbeitungen von Mahler- und Schubertliedern ebenso wie mit Musiktheaterproduktionen, zuletzt „Meine Bienen. Eine Schneise“ aus der Feder von Händl Klaus bei den Salzburger Festspielen 2012.

Heuer wird das Ensemble stolze zwanzig Jahre alt und plant, diesen Geburtstag von 23. bis 25. August an besonderem Ort zu feiern: auf einer Almwiese namens Franui.

Der Kern der Musicbanda stammt ursprünglich aus Innervillgraten, ein Heimspiel steht also an, und zwar eines, das beträchtlichen Aufwand erfordert: Per Hubschrauber soll das Equipment auf 2300 Meter Seehöhe transportiert werden, Musiker und Publikum müssen zu Fuß gehen.

Die Mühe könnte jedoch durchaus lohnen: „Das wird ein richtiges kleines Franui-Festival“, kündigt Schett an. Geplant ist eine musikalische Reise durchs Franui-Repertoire – von der Musik für Totengräber („Frische Ware“, 2000) über die Shakespeare-Sonette („Fool of Love“) mit Karsten Riedel bis zu „besten Stücken“ der letzten zwanzig Jahre. (jel)