07.02.2012, 08:37  Aktualisiert: 07.02.2012, 17:22 
International

Verkehrschaos in Ostösterreich - Mehrere Unfälle

In Niederösterreich und im Burgenland führten die winterlichen Verhältnisse zu zahlreichen Unfällen. Am Wiener Flughafen kam es zu Verzögerungen.
Die weiße Pracht hielt Feuerwehren, Straßenmeistereien und Polizei vor allem in Ostösterreich auf Trab.

Wien – Die „sibirische Kälte“ lässt weite Teile Europas weiterhin zittern. In Österreich trägt nun auch Neuschnee seinen Teil dazu bei. Dienstag früh ließ es Frau Holle in allen Landeshauptstädten schneien. Dies sorgte insbesondere in Ostösterreich für ein Verkehrschaos, die weiße Pracht hielt Feuerwehren, Straßenmeistereien und Polizei auf Trab. In Wien wurden mittags aufgrund der anhaltenden Schneefälle und Schneeverwehungen die Kurzparkzonen aufgehoben.

Die winterliche Verhältnisse führten vor allem im Osten Österreichs zu vielen Verkehrsproblemen. Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sorgten für schneeglatte Fahrbahnen und zahlreiche Unfälle. Auf vielen Berg- und Passstraßen gab es ohne Schneeketten kein Vorankommen mehr.

Verkehrschaos im Großraum Wien

Zahlreiche Unfälle führten vor allem im Frühverkehr im Großraum Wien zu erheblichen Staus und Behinderungen. In Niederösterreich wurden die Rettungskräfte allein bis 9.00 Uhr zu neun Verkehrsunfällen gerufen. Viel Geduld brauchten Autofahrer auf der A1 (Westautobahn). Mehrere Unfälle und folgende Bergearbeiten sorgten für Behinderungen.

Auch in Oberösterreich gab es Schneechaos auf den Autobahnen. Vor allem im Großraum Linz kam es reihenweise zu Unfällen. Neben zahlreichen Blechschäden gab es auch einige Verletzte. Auf der Westautobahn (A1) verlor in der Nacht am Ebelsberger Berg ein Lkw seine Ladung - Zementsäcke und Leinsamen. Die Westautobahn war mehrere Stunden lang gesperrt. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau, der auch den Winterdienst in seiner Arbeit behinderte.

Im Burgenland waren rund 90 Mitarbeiter der Straßenmeistereien im Einsatz. „Seit gestern, 17.00 Uhr, mussten die Feuerwehrmänner zu 18 Fahrzeugbergungen ausrücken. Verletzt wurde aber Gott sei Dank niemand. Bis jetzt gibt es nur Blechschäden“, so ein Sprecher der Landessicherheitszentrale Burgenland zur APA.

Verspätungen am Wiener Flughafen

In Wien ist der weißen Pracht kein langes Leben vergönnt - zumindest auf Straßen und im Öffi-Netz: Knapp 1300 Mitarbeiter der Magistratsabteilung 48 kämpften gegen den Schnee. Mit 409 Streu- und Räumfahrzeugen rückte das Personal aus, um insgesamt 2800 Kilometer Straßen und Radwege zu befreien. Zudem waren 360 Personen für die Wiener Linien im Einsatz, um eventuellen Behinderungen vorzubeugen. Dennoch kam es zu punktuellen Verzögerungen, wie die Verkehrsbetriebe in einer Aussendung mitteilten.

Zu Verspätungen kam es auch am Wiener Flughafen, sagte ein Sprecher des Airports. Grund sei, dass die Flieger enteist werden müssen und teilweise auch schon mit Verspätungen in Wien ankommen würden.

Bis zu 25 Zentimeter Neuschnee gab es in Kärnten, Verkehrsprobleme gab es dennoch kaum welche. Allerdings mussten auf zahlreichen Bergstraßen Ketten auf die Fahrzeuge montiert werden.

Gasverbrauch schnellt in die Höhe

Die Kälte treibt laut E-Control den Gasverbrauch um rund ein Viertel nach oben. Die Kraftwerke laufen auf Hochtouren, auch um Wärme zu produzieren. Bei Temperaturen von um minus 10 Grad liege der Gasverbrauch um rund 25 Prozent über jenem eines durchschnittlichen Tagesverbrauchs , sagte Michael Schmöltzer, Leiter der Gasabteilung in der E-Control am Dienstag zur APA. Die Ferienwoche in Ostösterreich wirke sich auf den Gasverbrauch nicht aus.

Jedes Grad unter Null bedeute einen um rund 10 Gigawattstunden (GWh) Kubikmeter höheren Gasverbrauch. Gestern wurde wie berichtet die Allzeit-Rekordmarke von 2,3 Millionen Kubikmeter pro Stunde geknackt. Die Semesterferien im Osten Österreichs hätten keinen Einfluss auf den Gasverbrauch. In Österreich heizt etwas mehr als ein Fünftel der Haushalte mit Fern- und Nahwärme, die zu rund 65 Prozent aus Erdgas stammt. Etwa ein Viertel der Haushalte heizt mit Erdgas.

ÖAMTC im Dauereinsatz

Die Telefone in den Einsatzzentralen des ÖAMTC stehen in den vergangenen Tagen niemals still. „Der Februar ist erst eine Woche alt und es gab bereits mehr als 70.000 Anrufe in der ÖAMTC-Notrufzentrale“, sagt Gerhard Samek, Leiter der ÖAMTC-Pannenhilfe. Besonders viel zu tun haben die Gelben Engel in Wien und Umgebung. Zu rund 150 Einsätzen rücken die Pannenhelfer pro Stunde rund um die Landeshauptstadt aus. „Österreichweit mussten die Gelben Engel allein von 1. bis 6. Februar doppelt so oft ausrücken, als im gesamten Jänner diesen Jahres“, berichtet Samek. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 07.02.2012  08:37
aktualisiert: Di, 07.02.2012  17:22
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