07.02.2012, 10:32  Aktualisiert: 07.02.2012, 10:42 
Südtirol

Mord an junger Grazerin in Südtirol könnte neu aufgerollt werden

Fast 14 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 19-jährigen Grazerin Ulrike Reistenhofer in Südtirol könnte der Mordfall neu aufgerollt werden.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Bozen – Forensik-Experten der Universität Innsbruck sei es gelungen, männliche DNA-Spuren an der Kleidung der Steirerin zu isolieren, berichtete die Bozner Tageszeitung „Dolomiten“ in ihrer Dienstagsausgabe. Die Ermittler hoffen auf Ergebnisse einer elektronischen EU-weiten Gendatenbank.

Die Leiche der 19-jährigen Grazerin Ulrike Reistenhofers war am Ufer der Rienz bei Ehrenburg im Pustertal am 10. August 1998 entdeckt worden. 2001 hatte der zuständige Bozner Staatsanwalt Markus Mayr den Fall als ungelöst zu den Akten gelegt. 2004 wurden die Erhebungen wieder aufgenommen, um zu klären, ob ein deutsche Lkw-Fahrer als Mörder infrage komme. Der Deutsche, der 2003 in Rosenheim wegen Mordverdachts an der Tschechin Anna Kolarova (31) einsaß, hatte gestanden, auch Carmen Wieser (19) aus Sillian in Osttirol getötet zu haben. Doch die Daten aus den Lkw-Fahrtenschreibern entlasteten den Mann. Die Erhebungen im Fall Reistenhofer wurden wieder auf Eis gelegt.

Während der schwere Stein, mit dem Ulrike Reistenhofer erschlagen wurde, keine verwertbaren Spuren aufwies, hatten die Ermittler auf der Kleidung der 19-Jährigen Hautfetzen sichergestellt. Diese waren zwar von den Spurensicherern untersucht worden. Mit den damaligen Methoden konnte aus den Partikeln aber kein brauchbarer DNA-Code isoliert werden.

Ob die nun isolierte Spur jene des Mörders ist, stand zunächst nicht fest. Die Hautpartikel könnten auch von einem Mann stammen, der Ulrike Stunden vor ihrem Tod - auch aus ganz harmlosen Gründen - berührt und dabei einen Abrieb hinterlassen hat. Ausgeschlossen werden konnten bis jetzt jene sechs Personen, die die Ermittler ursprünglich im Verdacht hatten, ebenso wie einschlägige Straftäter in Italien und Österreich. Entsprechende Abgleiche mit den Verbrecherkarteien ergaben keine Übereinstimmung. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 07.02.2012  10:32
aktualisiert: Di, 07.02.2012  10:42
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