Syrien-Protestbewegung hat rund 500 aktive Unterstützer in Österreich
![]() Foto: EPA
|
||
Wien – Die in Wien lebende Syrerin Samara Albinni schätzt die Zahl der beteiligten Personen auf 500: „Sie setzen sich aus etwa 300 Aktiven und ihren Familienmitgliedern zusammen“, erläuterte die etwa 40-jährige Aktivistin gegenüber der APA. Insgesamt seien bereits etwa 40.000 Euro zur finanziellen Unterstützung gesammelt worden.
Ein Teil der aktiven Unterstützer sei in Vereinen organisiert und trete öffentlich auf, erzählt Albinni. Der andere Teil bliebe anonym und würde beispielsweise durch Geldspenden der Protestbewegung Hilfestellung leisten. Finanzielle Unterstützung komme der syrischen Bevölkerung derzeit am meisten zugute: „Sie brauchen Geld für die alltäglichen Ausgaben, vor allem in Familien, in denen der für das Einkommen Verantwortliche umgekommen oder verschwunden ist“, sagt Albinni. Auch für Technisches wie Laptops und Mobiltelefone, sowie Druck von Flugzetteln brauche man Geld.
Albinni gab auch Aufschluss über die Organisationen und ihre Aktivitäten, die sich für die syrischen Aktivisten, Demonstranten und durch die Gewalt Betroffenen engagieren: Das „Koordinationskomitee zur Unterstützung der syrischen Revolution“ sei als Dachorganisation für alle Vereine und Organisationen gedacht, die sich für die Protestbewegung einsetzen. Das Komitee bestehe aus etwa 100 aktiven Mitgliedern und sei aus einer „Gruppe mit Bekenntnis zur Revolution“ gegründet worden, erläuterte Albinni. Sie selbst ist auch ein Mitglied des Komitees. Weiters erklärt sie, dass es sich bei den Mitgliedern entweder um gebürtige Syrer oder Personen, „die mit Syrern verwandt sind“, handle. „Seit September sammelte das Komitee 15.000 Euro an Spendengelder“, so die Aktivistin.
Der Verein „Eunus“ ging aus dem Komitee hervor, erzählt Albinni. „Dieser Verein besteht aus fünf, sechs Leuten.“ Aktivitäten des Vereins schließen u.a. die Organisation von Demonstrationen, sowie Charity-Veranstaltungen wie eine „Benefizgala für die Zukunft der syrischen Kinder“ mit ein.
Die Mitglieder des „Verbands der syrischen Gemeinde“, sowie diejenigen der „Syrischen Gemeinde“ seien ebenfalls beim Komitee tätig. Diese beiden Vereine bestünden jeweils aus einigen eher im Hintergrund mitwirkenden und „etwa fünf aktiven Mitgliedern“, erläuterte Albinni. Aus der Kooperation der „Syrischen Gemeinde“ mit einigen Mitgliedern des Koordinationskomitees ging die „Union der Syrer im Ausland“ (Union of Syrians Abroad) hervor. Diese organisiert u.a. Konferenzen, bei denen Auslandssyrer aus zahlreichen Ländern weltweit eingeladen werden um sich zu koordinieren und an gemeinsamen Strategien zu arbeiten. Die Union habe bisher rund 25.000 Euro gesammelt, sagte Albinni.
Zumindest offiziell ohne politische Agenda engagiert sich der Verein „Humanitarian Relief for Syria“. Dieser beschäftige sich ausschließlich mit Spendensammeln und wolle sich nicht positionieren. „Sie wollen alle Bedürftigen unterstützen, ganz gleich von welcher Seite“, so Albinni. Auf das ausschließliche Sammeln von Spenden konzentriere sich auch der Verein „Humanic Relief“, der sich 2003 unter dem Namen Irakhilfswerk aufgrund des Irakkriegs gegründet habe. Allerdings engagiert sich dieser nicht nur für Bedürftige in Syrien, sondern weltweit.
Zu weiteren Organisationen, die sich u.a. auch für Protestbewegung in Syrien engagieren, zählen das „österreichisch-syrische Ärztekomitee“, der „Verein arabischer Frauen“, der arabische „Koordinationsrat für die Jugendrevolution für eine Veränderung“ (Coordination Council of the Youth Revolution of Change), sowie „viele andere auch, die nicht direkt mit Syrien zu tun haben“, so Albinni. „Manchmal organisieren auch ägyptische und tunesische Vereine etwas für Syrien“. (APA)
aktualisiert: Di, 07.02.2012 11:35



