Tragische Unfälle in Österreich: Tiroler und ein Steirer erfroren
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Auch am Wochenende bleibt es in Österreich bitter kalt.
Foto: Thomas Boehm / TT
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Gänserndorf/Flamberg – Ein Unfall bei eisiger Kälte hat am Dienstagabend in Niederösterreich ein Todesopfer gefordert. Ein Tiroler war in Schönkirchen-Reyersdorf (Bezirk Gänserndorf) mit seinem Bagger in einer Schottergrube in den Baggerteich gerutscht. Arbeitskollegen bemerkten den Unfall Mittwoch früh und verständigten die Einsatzkräfte. Diese bargen den Lenker kurz vor 11.00 Uhr aus seinem Fahrzeug - führ ihn kam jede Hilfe zu spät, berichtete die Feuerwehr.
Der Bagger dürfte bereits am Dienstagabend in den Teich gerutscht sein. Mitarbeiter des Unternehmens entdeckten den Pkw des Tirolers aber erst am Folgetag, er selbst war aber nicht auffindbar. Nachdem die Männer den Bagger in dem Gewässer entdeckten, der nur mehr etwa einen halben Meter herausragte, alarmierten sie gegen 7.30 Uhr die Feuerwehr, die eine Suchaktion startete. Rettungshunde zeigten schließlich an, dass sich der Mann noch in der Maschine befand. Von dort wurde er am späten Vormittag auch von Feuerwehrtauchern geborgen.
Pensionist in der Steiermark tot im Schnee aufgefunden
Ein 70-jähriger Pensionist ist am Dienstag in der Südsteiermark tot vor seinem Haus gefunden worden. Der allein lebende Mann dürfte bereits Montagabend möglicherweise beim Verrichten der Notdurft gestürzt und in der Kälte liegen geblieben sein, so die Sicherheitsdirektion Steiermark am Mittwoch. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe es nicht, eine Obduktion wurde angeordnet.
Der Mann aus Flamberg (Bezirk Leibnitz) war Montagnachmittag vermutlich einkaufen gewesen und in den Abendstunden zurück zu seinem Wohnhaus gekommen. Der 70-Jährige wollte dann offenbar Wasser lassen, war dabei aber gestürzt und liegengeblieben. Bei nächtlichen Temperaturen von minus zwölf Grad sowie Schneefall dürfte der Pensionist erfroren sein.
Erst am Dienstag gegen 16.30 Uhr entdeckte ein Gemeindebediensteter, der gerade mit dem Räumfahrzeug den Schnee von der Zufahrt des Wohnhauses des 70-Jährigen zur Seite schieben wollte, den reglosen und mit Schnee bedeckten Körper der Mannes. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Eine Autopsie soll endgültige Klarheit bringen. Vergangene Woche waren bereits zwei Steirer nach Stürzen in der Kälte liegen geblieben und erfroren.
„Milde“ minus 6,5 Grad in Rudolfshütte
Die Rudolfshütte in den Hohen Tauern war in der Nacht auf Mittwoch Österreichs „Hitzepol“. Dabei ist das Wort Hitze in Tagen wie diesen relativ zu sehen, hatte es doch laut der Kältestatistik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lauschige minus 6,5 Grad. Das bedeutete, dass es auf 2315 Meter beispielsweise wärmer war als in der Wiener Innenstadt mit minus 9,8 Grad oder Villach mit minus 12,1 Grad.
Das Rennen um den kältesten Ort Österreichs gewann Zeltweg mit minus 23,7 Grad. Das war immerhin um mehr als fünf Grad wärmer als der Kältepol Tannheim in Tirol vom Montag. Insgesamt 26 Orte brachten es auf minus 20 Grad und kälter. Auch hier zeigte sich eine gewisse Tendenz nach oben: Am Montag waren es noch 67 Orte gewesen. Platz 100 der kältesten Orte Österreich belegte diesmal Bad Gastein mit minus 16,5 Grad.
Kälte bleibt bis Anfang nächster Woche
Die Meteorologen der ZAMG riskierten auch einen Ausblick und entdeckten ein Plus in den Prognosekarten - zart zwar, aber doch. Im Wiener Raum könnte es ab Dienstag kommender Woche Tageshöchsttemperaturen von plus ein bis plus drei Grad geben. Davor heißt es allerdings weiterzittern: Am Donnerstag ist es zunächst noch recht freundlich, wenn es auch auf den heute relativ milden Bergen wieder kälter wird. Auf 2000 Metern Höhe erwartet die ZAMG bereits am Donnerstag wieder Temperaturen von maximal minus zwölf bis minus 14 Grad. Ab Mittag zieht ein Höhentief von Norden nach Süden. Leichter Schneefall setzt ein, der auch die Nacht auf Freitag hindurch anhält. Großen Zuwachs bei der weißen Pracht sollte es aber nicht geben. In den Niederungen sollten die Temperaturen tagsüber bis zu minus vier, minus fünf Grad erreichen.
Schnee in den Nordstaulagen
Der Freitag und das Wochenende sehen nach dem Störungsdurchzug recht freundlich aus, es bleibt aber bitterkalt. Nur der Süden steht unter Einfluss eines Italientiefs, hier könnten einige wenige Zentimeter Neuschnee dazu kommen.
Ab Wochenbeginn sollte in den Niederungen des Osten eine leichte Frostabschwächung zu spüren sein. Im Wiener Bereich dürften die Temperaturen am Montag von minus fünf bis sechs Grad in der Früh auf minus ein Grad ansteigen. Ab Dienstag soll es bewölkt sein. Die Temperaturen könnten von minus vier bis minus zwei Grad in der Früh auf plus ein bis drei Grad zu Mittag ansteigen. Skiurlauber in Westösterreich sollten sich auf noch mehr Schnee einstellen. In den Nordstaulagen dürfte es immer wieder Niederschläge geben. In Summe könnten bis zu 50 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. (APA)
aktualisiert: Mi, 08.02.2012 15:18



