29.04.2012, 07:26  Aktualisiert: 29.04.2012, 07:38 
International

Südsudan zu Rückzug aus umstrittener Region Abyei bereit

Der Südsudan verlangt, dass die Sicherheit der Bevölkerung garantiert sein muss.
Krieg um Ölfelder: Zwischen dem Sudan und dem Südsudan bestehen mehrere ungelöste Grenzfragen.
Foto: REUTERS

Khartum – Der Südsudan ist bereit, seine Truppen aus der umstrittenen Region Abyei zurückzuziehen, wie es die Afrikanische Union (AU) fordert. Bedingung sei aber, dass die UNO und die AU für die Sicherheit der Bewohner der Region sorgten, sagte ein Regierungssprecher in Juba.

Abyei gehört zu den vielen Gebieten, die zwischen dem Sudan und dem im Vorjahr unabhängig gewordenen Südsudan umkämpft sind. Derzeit sind dort laut AU noch rund 300 sudanesische Soldaten und rund 700 südsudanesische Soldaten. Zudem sind etwa 4.000 Blauhelmsoldaten in der Gegend stationiert, um die Demilitarisierung zu überwachen.

Zwischen dem Sudan und dem Südsudan, der sich vergangenen Juli nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg von Khartum abgespalten hatte, bestehen mehrere ungelöste Grenzfragen. Der Streit um das Ölfeld Heglig an der Grenze führte zuletzt zu heftigen Kämpfen. Der Sudan büßte mit der Unabhängigkeit des Südens drei Viertel seiner Ölreserven ein. Der Südsudan wiederum ist auf den Norden in Sachen Abtransport seines Öls angewiesen.

Sudan nimmt drei Ausländer fest

In einem zwischen dem Sudan und dem Südsudan umstrittenen Grenzgebiet haben die sudanesischen Streitkräfte drei Ausländer und einen südsudanesischen Soldaten festgenommen. Sie seien in der Region Heglig in „verdächtige“ Aktivitäten verwickelt gewesen, meldete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur. Nach Angaben von Informationsminister Abdullah Massar handelt es bei den festgenommenen Ausländern um britische, norwegische und südafrikanische Staatsbürger. Sie würden derzeit verhört. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Der Südsudan hatte sich im vergangenen Jahr mit Billigung des sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Bashir abgespalten und einen eigenen Staat gebildet. Grundlage dafür ist ein Friedensvertrag von 2005, der nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg erzielt wurde. Seitdem nehmen allerdings die Spannungen zwischen den beiden Staaten wieder zu. Sie werden angefacht von Gebietsstreitigkeiten, ethnischen Vorurteilen und dem Streit über Transitgebühren für die Öllieferungen des Südsudan durch den Norden. Zuletzt eskalierten die Kämpfe Anfang April. Mitte des Monats besetzte der Südsudan dann das sudanesische Ölfeld Heglig. Erst auf internationalen Druck hin zogen die Soldaten des Südsudan neun Tage später wieder aus Heglig ab. Beide Länder beanspruchen die Region für sich. (APA/sda)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 29.04.2012  07:26
aktualisiert: So, 29.04.2012  07:38
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