13.05.2012, 19:38  Aktualisiert: 14.05.2012, 11:52 
Drogenkrieg

Brutaler Drogenkrieg in Mexiko: Fast 50 enthauptete Leichen gefunden

Die Spirale der Gewalt in Mexiko dreht sich weiter. Jetzt fand die Polizei erneut Dutzende Leichen.
In den vergangenen fünf Jahren sind im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 50.000 Menschen getötet worden.
Foto: AP

Mexiko Stadt - Im Norden Mexikos sind die zerstückelten Leichen von 49 Menschen gefunden worden. Die Regierung machte rivalisierende Drogenbanden für das Massaker verantwortlich. Der Hauptgrund für die Gewalt sei der Streit zwischen Kriminellen um die Kontrolle über den Drogenschmuggel und Absatzmärkte, hieß es aus dem Innenministerium. Das mächtige „Sinaola-Kartell“ bekämpft nach Polizeiangaben die Drogenbande „Los Zetas“.

Sicherheitskräfte hatten die Leichen am Sonntag entdeckt. Die Körper wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft unbekleidet in einen Straßengraben an einem Highway in der Nähe von Monterrey, der Hauptstadt des Bundesstaates Nuevo Leon, geworfen. Es ist das dritte Massaker im Norden des Landes innerhalb weniger Tage. Medienberichten zufolge wurde bei den Leichen eine Nachricht gefunden, in der angeblich die „Zetas“ die Verantwortung für die Morde übernahmen.

Unter den 49 Toten bei Monterrey waren nach Medienberichten sechs Frauen. Wie die Internetzeitung „La Jornada“ berichtete, waren viele der Leichen derart zerstückelt, dass eine Identifizierung „bestenfalls per DNA-Abgleich“ möglich sein werde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren den Toten die Hände abgehackt worden, um die Identifizierung zu verhindern. Mehrere Leichen seien nackt gewesen. Sie befanden sich in schwarzen Plastiksäcken, die aufeinander gestapelt waren.

Im Bundesstaat Sinaloa wurden Behördenangaben zufolge in drei verschiedenen Orten zudem sechs Tote gefunden. Erst Anfang Mai wurden in Nuevo Laredo an der US-Grenze 23 Männer getötet. Wenige Tage später fand die Polizei im Bundesstaat Jalisco 18 Leichen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um einen Rache-Akt für das Massaker in Nuevo Laredo handelte.

Die Regierung versprach, im Kampf gegen die Drogenbanden nicht nachzugeben. In ihrem Drogenkrieg haben die Banden „irrationale Taten von unmenschlicher und unzulässiger Gewalt begangen“, erklärte das Innenministerium. Vor allem in den Grenzgebieten zu den USA im Norden Mexikos tobt seit Jahren ein unerbittlicher Krieg zwischen den Kartellen um die Schmuggelrouten in die USA.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderon im Dezember 2006 sind mehr als 50.000 Menschen in dem Drogenkrieg ums Leben gekommen. Eine Reihe von Festnahmen und die Ergreifung ranghoher Drogenbosse konnte die Gewalt nicht stoppen. Am 1. Juli wählen die Mexikaner einen Nachfolger für Calderon.

(dpa/APA/AFP)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 13.05.2012  19:38
aktualisiert: Mo, 14.05.2012  11:52
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