Vater schoss in Volksschule auf achtjährigen Sohn
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St. Pölten - Schreckliche Bluttat in einer Volksschule in St. Pölten am frühen Freitagvormittag: Ein 37-jähriger Mann schoss seinem achtjährigen Sohn mit einer Pistole in den Kopf und flüchtete. Der Bub wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital gebracht und dort notoperiert. Der Vater wurde etwa eine Stunde später in seinem verunfallten Wagen auf einem Feldweg im Stadtteil Ratzersdorf gefunden. Er hatte sich mit einem Schuss in den Kopf selbst getötet.
Nach bisherigem Informationsstand war der Mann gegen 8.30 Uhr in die Volksschule gekommen, hatte den Buben aus dem Klassenzimmer geholt und in der Garderobe die Waffe auf ihn gerichtet. Ob die siebenjährige Schwester bei der Tat ebenfalls anwesend war, sei noch unklar, berichtete ein Polizeisprecher. Die Aussage dazu würden divergieren. Das Mädchen ist aber unverletzt. Nach einer Notoperation wurde der Verletzte in der Intensivstation des LKH St. Pölten weiter betreut. Der Bub befand sich Freitagnachmittag in einem kritischen Zustand.
Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich zufällig vier Einsatzkräfte der Rettung in der Schule auf - sie waren gekommen, um vor den Kindern über ihre Arbeit zu sprechen. Diesem Umstand war es zu verdanken, dass bereits rund eine halbe Minute nach dem Angriff auf den Buben professionelle Hilfe zur Stelle war, ehe der Notarzt nach fünf Minuten eintraf und mit der künstlichen Beatmung des Kleinen begonnen wurde. Schon als die Rettungsleute ihn fanden, war er nicht mehr ansprechbar. Für die Helfer war die Situation nicht einfach - sie hatten den Schuss gehört, im ersten Moment war nicht klar, ob sich der Attentäter noch in der Schule aufhielt und womöglich bereit war, auch auf andere Menschen zu schießen.
Vater bereits vorher polizeibekannt
Familiäre Probleme dürften das Motiv für den Vater gewesen sein. Er war erst vor wenigen Tagen – offenbar wegen Gewalt in der Familie – polizeilich aus der Wohnung weggewiesen worden. Es bestand auch ein bis zuletzt aufrechtes Rückkehrverbot.
Nachdem klar war, dass der 37-Jährige geflüchtet war, löste die Polizei eine Großfahndung aus, da befürchtet wurde, dass der Mann auch seiner Frau etwas antun könnte. Als der Mann schließlich gefunden wurde, war er bereits tot. Lokalisiert wurde er laut Hermann Helm, Präsident des Landesschulrats, durch Handy-Ortung. Die Schulbehörde hat nach der Tat Mitarbeiter der Krisenintervention und alle verfügbaren Schulpsychologen – rund ein Dutzend Fachleute – in die achtklassige Volksschule geschickt, um die Kinder zu betreuen.
Das Auto des Mannes lag auf dem Dach, als es die Beamten fanden. Die Leiche befand sich im Inneren. Ob der Mann einen Unfall verursachte und sich dann erschoss oder während der Fahrt Selbstmord beging und sich das Auto dann überschlug, war zunächst noch nicht klar. Bei der Tat verwendete der 37-Jährige dem Polizeisprecher zufolge eine Pistole, Kaliber 9 mm. Eine Nummer konnten die Ermittler bis dato nicht finden, es ist daher noch unklar, ob es sich um eine legale Waffe handelte. (APA)
aktualisiert: Sa, 26.05.2012 10:28



