Regen, Sturm und Hagel: Großaufgebot der Einsatzkräfte
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Nach den schweren Unwettern in Nieder- und Oberösterreich dauern die Aufräumarbeiten an.
Foto: dpa-Zentralbild/Peter Endig
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St. Pölten, Linz – Heftige Unwetter sind am Freitagabend nach Ober- über Niederösterreich hinweggezogen. Sie brachten alles, was die Palette zu bieten hat: Starke Regenmengen, Sturm, Hagel und Blitzschläge, die Dachstühle in Brand setzten.
In Niederösterreich dauern die Aufräumarbeiten an. Insgesamt wurden fast 700 Einsätze von 304 Feuerwehren mit 4200 Mann verzeichnet, bilanzierte das Landeskommando. Von den massiven Regenfällen und Hagelstürmen seien 17 der 21 Bezirke im Bundesland betroffen und nur Gänserndorf, Baden, Lilienfeld und Wiener Neustadt weitgehend verschont geblieben.
Tennisballgroße Hagelkörner in NÖ
Am Samstag standen in Niederösterreich vorerst noch immer 42 Feuerwehren im Einsatz, um Keller auszupumpen und Straßen von Schlamm zu befreien. Die größte Herausforderung stellte sich für die Einsatzkräfte zwischen Schwarzenau und Martinsberg im Bezirk Zwettl. Dort waren vier Feuerwehren damit beschäftigt, Dutzende umgestürzte Bäume von den Gleisen der dortigen Bahnstrecke zu entfernen.
Die schwersten Unwetterschäden gab es im Mostviertel, und hier wiederum in Wieselburg (Bezirk Scheibbs), teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. 45 Hausdächer wurden durch tennisballgroße Hagelkörner zerstört. Der für Katastrophenschutz zuständige Landesrat Stephan Pernkopf (V), selbst Feuerwehrmann, unterstützte die Einsatzkräfte bei der Beschaffung von Abdeckplanen. Über Anordnung von Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta wurde vom Landesfeuerwehrverband in Tulln ein Lkw mit 4.000 Quadratmeter großen Schutzplanen in das Katastrophengebiet beordert.
Schwer beschädigte Dächer
Enorme Schäden durch Hagelschlag wurden auch aus Mannersdorf im Bezirk Melk gemeldet. Keines der insgesamt 70 Hausdächer in der Ortschaft blieb laut Resperger verschont. 33 wurden demnach völlig zerstört. In diesem Fall half die Berufsfeuerwehr Wien mit Abdeckplanen aus.
In den Bezirken St. Pölten, Krems und Gmünd kam es nach Blitzschlägen zudem zu Dachstuhlbränden, die von den Feuerwehren jedoch rasch unter Kontrolle gebracht wurden.
In den 17 vom Unwetter schwer betroffenen Bezirken mussten nicht nur über 100 schwer beschädigte Dächer provisorisch geschlossen, sondern auch mehr als 200 Bäume von Häusern, aus Strom- und Telefonleitungen sowie von Bahngeleisen entfernt werden. 180 Keller standen unter Wasser und mussten ausgepumpt werden. Nicht zuletzt wurden viele Straßen vermurt und waren unpassierbar.
Mehr als 1000 Feuerwehrmänner in OÖ im Einsatz
Zu rund 100 Einsätzen mit mehr als 1000 Beteiligte kam es am Freitagabend in Oberösterreich. Betroffen war das gesamte Bundesland, besonders dramatisch war die Lage in Dietach bei Steyr. Dort wurden Teile einer Siedlung durch einen über die Ufer getretenen Bach überschwemmt. Straßen waren überschwemmt, zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.
Das Unwetter begann gegen 17.30 Uhr und rollte über ganz Oberösterreich. In allen Landesteilen mussten umgestürzte Bäume von Straßen entfernt werden, außerdem gab es vielerorts Vermurungen von Fahrbahnen. Auch zahlreiche Keller wurden überflutet. Personen kamen keine zu Schaden. Über größere Schäden ist nichts bekannt. (APA)
aktualisiert: Sa, 09.06.2012 11:45






