Schwere Unwetter in Österreich hielten Feuerwehren auf Trab
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Heftige Unwetter sind Mittwochabend unter anderem in Oberösterreich niedergegangen. Straßen und Keller wurden überflutet.
Foto: APA/Manfred Fesl
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Salzburg, St. Pölten - Heftige Gewitter haben am Mittwochabend in Salzburg die Einsatzkräfte vor allem im Norden des Bundeslandes auf Trab gehalten. Am Donnerstag zog ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Bilanz: 1.562 Feuerwehrleute arbeiteten bis nach Mitternacht 651 Einsätze ab. Binnen weniger Stunden fielen bis zu 74 Liter Regen pro Quadratmeter, was laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Salzburg (ZAMG) nur alle paar Jahre vorkommt.
Nördlich des Pass Lueg, also im Flachgau, Tennengau und in der Stadt Salzburg, blieb praktisch kaum eine Gemeinde von zumindest kleineren Überschwemmungen verschont. Vor allem Keller und Unterführungen standen unter Wasser, die von den Hilfskräften ausgepumpt wurden, sagte der Feuerwehr-Sprecher. In der Landeshauptstadt, in Koppl und Plainfeld lösten die Regenfälle auch Murenabgänge aus. Und in Seekirchen wurde ein Baum von einem Blitz getroffen und begann zu brennen, es bestand die Gefahr, dass er umstürzte.
In Straßwalchen trat der Hainbach über die Ufer und setzte ein Sägewerk unter Wasser, wodurch mehrere gelagerte Baumstämme abgetrieben wurden und teilweise auch in den Hainbach gelangten. Daher bestand die Gefahr von Verklausungen bei Brücken. Mitarbeiter des Werkes versuchten, die Stämme mit Kränen aus dem Wasser zu fischen.
In der Landeshauptstadt wurden Berufs- und Freiwillige Feuerwehr zu 168 Einsätzen gerufen. Hier waren vor allem die Stadtteile Langwied, Sam, Gnigl, Aigen und Parsch betroffen. 155 Helfer mit 32 Fahrzeugen standen im Einsatz.
„Die stärksten Niederschläge gab es im Norden des Landes. An der Messstelle Kolomannsberg (zwischen Thalgau und Mondsee, Anm.) fielen innerhalb weniger Stunden 74 Liter Regen pro Quadratmeter“, sagte Josef Haslhofer von der ZAMG. Gewitter mit 40 Litern Niederschlag kämen durchschnittlich einmal im Jahr vor, 74 Liter seien also schon ungewöhnlich. In der Stadt Salzburg wurden bei der Messstelle Freisaal 69 Liter registriert, beim Flughafen waren es „nur“ 48 Liter.
Oberösterreicher befreite sich in letzter Sekunde aus Auto
Ein schweres Unwetter hat am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag in Oberösterreich für starke Regenfälle und gefährliche Situationen gesorgt: In Aspach (Bezirk Braunau) befreite sich ein 25-jähriger Mann in letzter Sekunde aus seinem Auto, bevor es von den Fluten mitgerissen wurde. In Polling im selben Bezirk stand den Einsatzkräften auf dem Weg zu einer eingeschlossenen 85-jährigen Frau das Wasser teilweise bis zur Brust. Knapp 200 Feuerwehren wurden alarmiert, mehr als 3.500 Mann leisteten Hilfe.
Auch im südlichen Niederösterreich sind am Mittwochabend Unwetter niedergegangen. 16 Feuerwehren standen mit 200 Mann im Bezirk Neunkirchen im Einsatz, um u.a. überflutete Keller auszupumpen und Murenabgänge zu beseitigen, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Gleichzeitig mussten in Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt acht Feuerwehren zur Bekämpfung eines Waldbrandes ausrücken, der gegen 17.45 Uhr durch Blitzschlag ausgelöst wurde - Regen fiel in Gutenstein nicht.
Im Tiroler Unterland wurden ebenfalls einige Keller überflutet. Alarmierungen über die Leitstelle gab es aus Hochfilzen und St. Johann.
Ein Toter in Bayern
In Niederbayern haben die heftigen Unwetter vermutlich ein Menschenleben gefordert. Ein 84-Jähriger ertrank am Mittwochabend in einem Fischweiher bei Hauzenberg (Landkreis Passau), wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Mann hatte zusammen mit seiner Familie den stark angeschwollenen Zulauf mit Steinen vom Weiher ableiten wollen. Dabei verloren ihn seine Angehörigen aus den Augen, bis sie ihn schließlich ertrunken im Wasser fanden. (tt.com, APA)
aktualisiert: Do, 21.06.2012 11:17







