Unwetter in Steiermark: keine Entwarnung, Gewittergefahr steigt
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Die Murpegel stiegen auf mehr als sechs Meter. Überschwemmungen gab es nördlich und südlich von Graz. (In der Bildergalerie finden Sie auch Fotos aus dem Katastrophenort St. Lorenzen.)
Foto: APA/OBI THOMAS ZEILER / BFVKF
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Graz - Keine Entwarnung für die von Hochwasser und Muren schwer getroffenen Orte in der Steiermark: Laut Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist ab Dienstagmittag neuerlich mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen, die lokal wieder heftig ausfallen können. Im Laufe des Mittwochs breiten sich die Schauer auf die ganze Steiermark aus, sagte Christian Pehsl von der ZAMG in Graz.
Ab Dienstagmittag bringt ein Tief über Italien neuerlich labile und feuchtere Luftmassen nach Kärnten, in die Steiermark und bis in die Semmering-Wechselregion. Punktuell ist mit Gewittern zu rechnen, die lokal sehr kräftig ausfallen können, so die Meteorologen. Auch die betroffenen Hochwassergebiete sind neuerlich von Gewittern betroffen. Flächendeckende große Regengüsse sind aber nicht zu erwarten.
„Freitag, Samstag schaut es wieder besser aus. Entwarnung können wir aber nicht wirklich geben“, sagte Pehsl. Die erwarteten sommerlichen Temperaturen zur Wochenmitte und die Abkühlung bis zum Ende bzw. Anfang der nächsten Woche wird neuerlich labile Luftmassen mit sich bringen.
Mur überschwemmte Uferbereiche großflächig
In Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung) seien insgesamt acht Gebäude, davon sieben Wohnhäuser, von den Fluten bis zu eineinhalb Meter unter Wasser gesetzt worden. Die Mur überschwemmte die Uferbereiche großflächig. Eine Evakuierung der betroffenen Gebäude war vorerst nicht nötig. Nachdem sich die Gefahr eines erhöhten Pegelstandes in den Morgenstunden nicht verschärft hatte, versuchte man, mit Pumpen das hoch stehende Wasser im Uferbereich wegzuschaffen.
Doch jene Menge, die man abpumpte, floss sofort wieder nach, erklärte Feuerwehrmann Dietmar Jantscher. Ein junger Kollege von der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz hat sich beim Einsatz leichte Verletzungen zugezogen, wurde ins Spital gebracht und befand sich am Sonntag schon am Weg der Besserung.
30-jährige Hochwasser nicht wie prognostiziert erreicht
Eine Sperre nördlich von Graz musste am Samstag für die Unterführung zwischen Graz-Raach und Judendorf-Straßengel eingerichtet werden, denn sie stand beinahe einen halben Meter unter Wasser. Die Feuerwehr Judendorf-Straßengel pumpte mehrere 1000 Liter Wasser aus der Unterführung ab. Die Arbeiten mussten jedoch nach einer Stunde eingestellt werden, da immer mehr Grundwasser nachfloss.
Laut Landeswarnzentrale wurde das 30-jährige Hochwasser nicht wie prognostiziert erreicht. Dennoch trat die Mur wie befürchtet im Raum Wildon südlich von Graz an manchen Stellen über die Ufer.
Erfolglose Suche nach lebloser Person in der Mur
Ein Pkw-Lenker hat am Samstag im obersteirischen St. Lorenzen bei Knittelfeld (Bezirk Murtal) bei der Fahrt über eine Brücke der Mur eine leblose Person im Hochwasser treiben sehen. Die umliegenden Freiwilligen Feuerwehren starteten sofort eine Suchaktion, diese musste jedoch am Abend ergebnislos abgebrochen werden, so Thomas Zeiler vom Bereichsfeuerwehrverband Knittelfeld am Sonntag zur APA. Der Einsatz von Booten war zu gefährlich.
Bis zum Einbruch der Dunkelheit wurden die Ufer abgesucht, denn oft verhängen sich leblose Körper an Wurzeln oder im Gestrüpp. Nachdem keine Spur von der vom Passanten gesehenen Person zu finden war, hoffte man bei der Feuerwehr auf einen Fehlalarm. Eine aktuelle Vermisstenmeldung lag bis Sonntagvormittag jedenfalls nicht vor.
Zuletzt war ein 30-jähriger Obersteirer in Einach (Bezirk Murau) vermutlich von Wassermassen mitgerissen worden. Er ist bisher nicht aufgetaucht, nur seine Geldbörse wurde am Freitag im Wasser entdeckt. Theoretisch sei es möglich, dass es sich bei der Beobachtung des Passanten um die Leiche des Vermissten gehandelt hat, so Zeiler.
Lage in St. Lorenzen „stabil“
In St. Lorenzen im Paltental blieb es die Nacht über ruhig. Die Triebener Katastralgemeinde war am Samstag in der Früh durch eine Schlammlawine verwüstet worden, zahlreiche Garagen und Fahrzeuge wurden weggeschwemmt (Fotos siehe Bildergalerie oben).
Sonntag gegen 7.30 Uhr starteten 181 Pioniere des Bundesheeres mit den Aufräumarbeiten. Die am Samstag teilweise abgeschnittenen Ortschaften seien zur Versorgung wieder erreichbar, hieß es von der Landeswarnzentrale. An der Zufahrt zum Ort Oppenberg werde noch gearbeitet. Zu den fünf Ortschaften, in denen am Samstag der Katastrophenalarm ausgerufen worden war (Etmißl, Thörl, Pusterwald, Kleinsölk und Tragöß), kamen über Nacht keine weiteren hinzu.
140 Personen wurden evakuiert, weitere 109 Personen im Triebener Ortsteil Schwarzenbach. Die meisten kamen bei Verwandten oder Bekannten unter, rund 40 Personen verblieben in einer Notunterkunft des Roten Kreuzes. (APA)
aktualisiert: Mo, 23.07.2012 11:17







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