Fürs Rote Kreuz gibt es keine Alternative zur Rettungsgasse
Wien, Innsbruck – An der Basis mancher Einsatzorganisationen in Wien und Niederösterreich grummelt es. Seit Einführung der Rettungsgasse brauche man länger als früher, um an den Unfallort zu gelangen. Deshalb werden erste Rufe nach Abschaffung der erst seit Jänner geltenden Regelung laut.
Beim Roten Kreuz und bei der Asfinag kann man die Kritik nicht nachvollziehen – weder in Wien noch in Tirol. Für Tirols Rot-Kreuz-Sprecher Fritz Eller gibt es einfach keine Alternative zur Rettungsgasse. Beim Pannenstreifen sei es immer ein glücklicher Zufall gewesen, wenn er frei war, meint Eller. Jetzt sei endlich gesetzlich geregelt, wie man sich verhalten müsse. „Bei uns funktioniert das auch recht gut“, betont er. Nur wenn viele Ausländer – „vor allem aus südlichen Ländern“ – unterwegs seien, gebe es manchmal Probleme. Die nutzten dann noch häufig die Chance, sprich die freie Mittelspur.
Die Bildung der Rettungsgasse funktioniere schon deutlich besser als zu Beginn, bestätigt Markus Widmann, Leiter der Verkehrsabteilung. Beurteilen will er die Sinnhaftigkeit der Regelung nicht. Die Exekutive habe sie nur zu vollziehen.
Vollziehen heißt übrigens nicht mehr nur informieren, sondern inzwischen auch sanktionieren. „Wir zeigen Vergehen an“, betont der oberste Verkehrspolizist.
Um die ausländischen Autobahnnutzer auf die Rettungsgasse vorzubereiten, hat die Asfinag die Medien in den Nachbarländern mit Informationen versorgt. Zudem würden Plakate in Grenznähe in der jeweiligen Landessprache und auf Englisch über die Rettungsgasse informieren, sagt Asfinag-Sprecher Alex Holzedl. „Bei größeren Staus schicken wir einen Warnleit-Anhänger hinaus, der auffordert, die Rettungsgasse zu bilden.“
Laut einer IFES-Studie, die im Auftrag der Asfinag erstellt wurde, befürworten 91 Prozent der befragten Autofahrer die Regelung. Die Umfrage ist allerdings vom Februar, ob sich das Meinungsbild geändert hat, wurde bislang nicht erhoben. (sta)






