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Frankreich bombardiert Islamisten-Hochburg in Mali

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Die französische Luftwaffe hat mehrere Stellungen radikalislamischer Rebellen in der Region Kidal im Nordosten Malis bombardiert. Dabei sei auch das Haus des Chefs von Ansar Dine in der Stadt Kidal zerstört worden, teilten malische Sicherheitskräfte am Sonntag mit. Kidal gilt als Hochburg der Gruppe Ansar Dine, einem Verbündeten des Terrornetzwerkes Al Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI).

Sie fordert Autonomie für den Norden Malis und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia. Die Islamisten haben seit April den Norden Malis unter ihrer Kontrolle. Als sie vor rund zwei Wochen in Richtung Süden vorrückten, griff Frankreich militärisch ein. Auch die westafrikanischen Staaten entsandten Soldaten. Am Samstag hatten französische und malische Soldaten Gao eingenommen, eine Hochburg der islamistischen Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO).

Deutschland will den Mali-Einsatz einem Medienbericht zufolge nun auch mit Ausrüstung unterstützen. Dies berichtete der „Spiegel“ am Sonntag. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe dies dem französischen Präsidenten Francois Hollande in der vergangenen Woche zugesagt, meldete das Magazin. Bei der Ausrüstung gehe es um Lastwagen, Uniformen und Stiefel für die Soldaten. An Waffenlieferungen sei derzeit aber nicht gedacht, da die afrikanischen Soldaten nicht entsprechend ausgebildet seien.

Die Mitgliedsstaaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS wollen ihr Truppenkontingent zur Unterstützung der malischen Regierungsarmee deutlich aufstocken. Statt der vorerst beschlossenen Entsendung einer 3.300 Mann starken Eingreiftruppe in den Krisenstaat sollen nunmehr bis zu 7.700 Soldaten die malische Regierungsarmee unterstützen.

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