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Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Rebellen suchen die „Entscheidungsschlacht“

In Syrien geht der Kampf zwischen Rebellen un dem syrischen Regime mit unverminderter Härte weiter. Die Rebellen drängen auf eine Entscheidung.

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Damaskus – Nach einem Vorstoß der Rebellen auf Syriens Hauptstadt Damaskus haben Regierungstruppen strategisch wichtige Oppositionshochburgen im Umland unter Beschuss genommen. Aus syrischen Armeekreisen hieß es am Donnerstag, dass die Streitkräfte in die Region um Al-Ghuta Al-Scharkija sowie in die Ortschaft Darija im Südwesten vorgerückt seien. Aktivisten berichteten von einem massiven Einsatz von Militärhubschraubern zwischen dem östlichen Damaszener Viertel Dschobar und den Randbezirken.

Oppositionelle hatten zuvor eine „Entscheidungsschlacht“ angekündigt. Am Donnerstag griffen Rebellen mehrere Militärkontrollpunkte im Osten der Hauptstadt an. Bewohner und Aktivisten sprachen von den schwersten Kämpfen seit Monaten.

Aufruf zu „ernsthaftem Dialog“

Der Gipfel der Organisation für islamische Kooperation (OIC) in Kairo rief die Konfliktparteien zum „ernsthaften Dialog“ auf. Die 56 Mitgliedstaaten der Organisation forderten ein Ende der Gewalt. Regime und Opposition müssten endlich an den Verhandlungstisch und den Weg für einen Übergangsprozess freimachen. Auf ein Gesprächsangebot des wichtigsten Oppositionsblocks hat die Regierung von Präsident Baschar al-Assad noch nicht offiziell reagiert.

Der Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari warf dem UN-Sicherheitsrat Versagen vor. Der frühere finnische Präsident sagte im Interview der Deutschen Welle, dass es bis zum Sommer 2012 noch die Gelegenheit für einen echten Diskurs gegeben habe. Doch statt dass die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat ihre unterschiedlichen Ideen ausformuliert und sich dann ans Werk gemacht hätten, habe es nur öffentliche Schuldzuweisungen gegeben. „Es ist äußerst schade, die internationale Gemeinschaft so inkompetent zu sehen.“ (dpa)

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