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Papst-Rücktritt

Kehrt Papst Benedikt XVI nie mehr in seine Heimat zurück?

Der Bruder des Papstes lässt mit seinen Aussagen am Dienstag aufhorchen. Er rechnet nicht damit, dass Benedikt XVI. je wieder Deutschland besuchen werde. Geht es dem Papst gesundheitlich schlechter, als bisher gedacht?

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Vatikanstadt – Der Bruder des Papstes., Georg Ratzinger, schließt einen Deutschland-Besuch von Benedikt XVI. nach dessen Rücktritt aus. „Eine Dienstreise kommt sowieso nicht mehr infrage, und auch einen privaten Besuch halte ich für höchst unwahrscheinlich“, sagte der 89-Jährige am Dienstag. Er rechne auch nicht mehr mit einer Visite Benedikts in seinem Regensburger Haus, ergänzte der langjährige Domkapellmeister.

Ratzinger verwies darauf, dass die neue Wohnung seines Bruders im Vatikan bereits eingerichtet werde. Auch für ihn werde es dann ein Gästezimmer geben, erklärte der 89-Jährige.

„Unsicher auf den Füßen“

Zuvor hatte bereits der neue Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gesagt, dass er nicht mit einem Besuch Benedikts in Regensburg rechne. „Es wäre eine Sensation, wenn er hierherkäme“, so der Bischof. Bei seinem letzten Besuch in Rom habe er bemerkt, dass Benedikt „sehr schmal geworden und unsicher auf den Füßen ist“, so Vorderholzer.

Die Aussagen gießen Öl ins Feuer der Spekulationen darüber, dass der Papst gesundheitlich angeschlagener sein könnte, als bisher offiziell angegeben wurde.

Nach seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. nach einem Aufenthalt im Castel Gandolfo, 30 Kilometer südlich von Rom, in einen neu restaurierten Flügel des Frauenklosters „Mater Ecclesiae“ auf dem Vatikanhügel ziehen, das einen schönen Ausblick auf die vatikanischen Gärten bietet.

Von seinem Vorgänger gegründetes Kloster

Das Kloster mit zwölf Zellen erstreckt sich auf vier Etagen. Dort gibt es auch eine Kapelle und eine Bibliothek.

Rund um das Kloster befindet sich ein großer Garten, in dem Gemüse, und Obstbäume wachsen. Das Kloster gilt als Oase der Ruhe im Herzen des Vatikans.

Papst Johannes Paul II. hatte das Kloster auf dem Vatikanhügel 1994 gegründet, um das kontemplative Ordensleben im Vatikanstaat zu fördern. Der Konvent wird alle fünf Jahre von einem anderen Orden übernommen. Außerdem stammen die Nonnen jeweils aus verschiedenen Ländern, um die Präsenz der Weltkirche zu symbolisieren.

Der Papst hatte bereits drei Mal – in den Jahren 2005, 2006 und 2009 – eine Messe in der Kapelle des Klosters zelebriert. Dort wird Joseph Ratzinger nun wohl auch seine letzten Messen erleben. (tt.com, APA, dpa)

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