Prostituierte, Waffen, Hakenkreuz: rechtes Netzwerk ausgehoben
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Gegen ein rechtsextremes Netzwerk in Österreich gelang nun ein massiver Schlag, der auch zeigt, wie bedeutsam die Szene ist.
Foto: dpa/Bernd Thissen
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Linz – Ein Kulturverein mit rund 200 Mitgliedern in Oberösterreich, beheimatet im „Objekt 21“, einem Bauernhof in Desseldorf, hat sich im Zuge der Ermittlungen einer eigenen Sonderkommission der Polizei als Knoten eines äußerst brutalen rechtsextremen Netzwerks erwiesen. Dieses wurde nun von der „SOKO 21“ ausgehoben“, es kam zu dutzenden Festnahmen und zu ertragreichen Hausdurchsuchungen, berichtet der ORF Oberösterreich.
Bekannt waren die rechtesextremen Umtriebe der „Mitglieder“ der nach dem Gebäude benannten Gruppe bereits seit Jahren. Immer wieder wurden rechtsradikale Liederabende veranstaltet. Zudem handelte die Gruppe spätestens seit 2010 via Internetversand mit Uniformen und Hetzartikel.
Rechtsextreme mit Verbindungen
Die führenden Mitglieder des angeblichen „Brauchtumsvereins“ waren amtsbekannte Gewalttäter und wegen Wiederbetätigung verurteile Rechtsbrecher. Hinweise zu den Umtrieben der „Objekt 21“ lieferten auch mehrere Medienberichte, wie etwa im September 2010, als Fotos eines Neonazis in einer Tageszeitung abgedruckt wurden, die ihn mit einem T-Shirt samt der Aufschrift „University Auschwitz“ zeigen. Gegründet 1941, „Genetik, Ethnologie, Endlösung“, war weiteres zu lesen.
Zudem konnten die rund 200 Mitglieder allesamt der oberösterreichischen rechtsextremen Szene zugeordnet werden – mit teilweise guten Verbindungen nach Deutschland.
80 Einvernahmen, 24 Verhaftungen
Nach langen Ermittlungen handelte die Polizei schließlich. „Wir haben mehrere Hausdurchsuchungen im Auftrag der Staatanwaltschaft Wels durchgeführt. Wir haben fast in allen Bereichen Suchtgifte, verbotene Waffen, Maschinnenpistolen, Munition, Sprengmittel und Gegenstände, die dem Verbotsgesetz unterliegen, gefunden“, zitiert der ORF Hans-Jürgen Hofinger vom Kriminalreferat des Bezirkskommandos Vöklabruck.
In Summe wurden 80 Verdächtige verhört und waren laut Aussage der Polizei auch „sehr gesprächig“. 24 Personen wurden verhaftet, zehn befinden sich noch immer in Untersuchungshaft. Laut den Angaben werden den Verdächtigen 23 Einbrüche, Raubüberfälle, Internetbetrügereien, Brandanschläge, illegale Prostitution und Körperverletzungen zur Last gelegt. Die Anführer der kriminellen Organisation sollen Mitglieder zu einer Reihe von Straftaten angestiftet haben. Den materiellen Schaden beziffert die Polizei mit 3,5 Millionen Euro.
Die Gruppe soll auch vor besonders brutalem Vorgehen nicht zurückgeschreckt sein. Der Geschäftsführer eines konkurrenzierenden Bordells soll etwa entführt und dann mit einer „Flex“ misshandelt worden sein.
Für die teilweise geständigen Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung. (tt.com)
aktualisiert: Do, 24.01.2013 16:46






