Hagel verursachte Millionenschäden
Von Katharina Zierl
Innsbruck – Hagelkörner in der Größe von Golfbällen, Überschwemmungen, entwurzelte Bäume – schwere Unwetter richteten in der Nacht auf Montag in Teilen Tirols beträchtliche Schäden an. Gestern kam das volle Ausmaß der Verwüstung zum Vorschein.
Vor allem im Unterland wütete das Hagelunwetter. Mit schwerwiegenden Folgen. Verbeulte Autos, zerstörte Hausfassaden, beschädigte Dächer. Ein vergleichbares Ereignis liege Jahre zurück, erklärt Norbert Jordan, Tiroler Landesleiter der österreichischen Hagelversicherung, im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung: „Vor allem das Ausmaß der betroffenen Fläche ist enorm. Das Gewitter wütete von Angerberg, Wörgl, Söll, Hopfgarten durch das ganze Brixental bis hinter Kitzbühel.“ Nach ersten Erhebungen durch die Sachverständigen beläuft sich der entstandene Schaden auf 2,1 Millionen Euro – allein in der Landwirtschaft.
„Betroffen waren und sind Mais, Grünland, vor allem aber auch Glas- und Folienhäuser“, sagt Jordan. Rund 2500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche seien beschädigt worden, erklärt der Landesleiter der Hagelversicherung. Betroffene Landwirte können ihre Schäden auf der Internetseite www.hagel.at melden.
In den vergangenen Jahren habe es in Tirol keinen vergleichbaren Hagelschaden gegeben. „Bei mehreren Unwettern kann die Schadenssumme teilweise schon sehr hoch sein. Aber dass ein einzelnes Ereignis einen derart großen Schaden anrichtet, ist wirklich selten“, erklärt der Versicherungsexperte.
Der allein am Sonntagabend durch den Hagel entstandene Sachschaden sei so hoch „wie der ganze Schaden des vergangenen Jahres zusammen“, bilanziert Jordan. Eine Prognose könne man zwar nicht stellen, „wenn man sich den bisherigen Jahresverlauf aber anschaut, wird die Gesamtschadensbilanz 2012 ganz sicher extrem hoch ausfallen – so viel kann man jetzt schon sagen.“
Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger zieht nach den neuerlichen Unwettern eine zwiespältige Bilanz. Einerseits sei Tirol im Vergleich zu anderen Bundesländern – insbesondere Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark – bis jetzt noch mit einem blauen Auge davongekommen. „Was aber schon auffällt, sind die Intensität und Häufigkeit dieser Ereignisse. Es vergeht ja praktisch überhaupt kein Tag, ohne dass nicht irgendwo etwas passiert. Außerdem ist das Ausmaß der Schäden viel ärger als in früheren Jahren“, betont der Landwirtschaftskammerpräsident.
Während für heute Dienstag laut Josef Lang von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die Gefahr für Sturm und Hagel gering ist, „steigt sie am Mittwoch – vor allem an der Grenze zu Bayern – wieder deutlich an“. Donnerstag und Freitag sollten laut Prognose des Meteorologen weitestgehend „unwetterfrei“ bleiben.



