29.02.2012, 09:04  Aktualisiert: 29.02.2012, 16:42 
International

„Costa Allegra“: Ankunft verzögert sich, Hitze belastet die Passagiere

Kein Strom, keine Klimaanlage bei tropischer Hitze: Nach einem Brand an Bord wird die komfortable Kreuzfahrt auf der „Costa Allegra“ für die Passagiere zum Horrortrip. Auch die Ankunft des havarierten Schiffes auf den Seychellen verzögert sich.
Die Passagiere konnten bisher keinen Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen.
Foto: APA (epa)/INDIAN NAVY VIA SEYCHE

Rom – Die Ankunft des havarierten Kreuzfahrtschiffs „Costa Allegra“ auf der Seychellen-Hauptinsel Mahe wird sich leicht verzögern. Wie die Betreiberin des Schiffes, die italienische Reederei Costa Crociere, mitteilte, soll die Ankunft wegen des stärkeren Wellengangs nicht am Mittwochabend erfolgen, wie ursprünglich geplant, sondern am Donnerstag gegen 8.30 Uhr. Das manövrierunfähige Schiff mit mehr als 1.000 Menschen an Bord, darunter 97 Österreicher, ist im Schlepptau eines französischen Thunfischtrawlers und zweier weiterer Kähne in Richtung Mahe unterwegs.

Nacht auf Deck verbracht

Laut Costa Crociere sei die Lage an Bord ruhig. Man versorge die Passagiere mit kalten Speisen und Wasser. Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten bei schwüler Hitze die Nacht auf Deck verbracht, da die Klimaanlage durch den Brand außer Betrieb gesetzt wurde und die Temperaturen in den Kabinen damit unerträglich wurden. Die Passagiere konnten bisher keinen Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen, hieß es.

In Mahe wurden inzwischen Vorbereitungen für die Ankunft der Passagiere getroffen. So reservierte die Costa Crociere über 400 Hotelzimmer für die Gäste. Zudem wurden mehr als 600 Sitze in verschiedenen Maschinen von den Seychellen aus bereits reserviert.

Das Kreuzfahrtschiff war am Montag mit 636 Passagieren und 413 Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen, als im Maschinenraum ein Brand ausbrach. Das Feuer konnte zwar gelöscht werden, doch fiel der Strom aus, das Schiff trieb manövrierunfähig auf dem Meer und musste einen Notruf absetzen. Hubschrauber versorgten das Schiff mit frischen Lebensmitteln.

Neuer Schock für Kreuzfahrtbranche

Die Havarie der „Costa Allegra“ sechs Wochen nach dem Unglück der „Costa Concordia“ vor der toskanischen Insel Giglio ist eine neue Hiobsbotschaft für die Kreuzfahrtbranche. Die Costa Crociere muss mit größeren Umsatzausfällen rechnen. Nach Angaben des Verbands der italienischen Reisegesellschaften ASTOI ist die Reservierung von Kreuzfahrten nach dem Unglück der Costa Concordia um 30 Prozent zurückgegangen. Die 20.000 Mitarbeiter der Costa Crociere in Genua bangen um ihre Zukunft. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 29.02.2012  09:04
aktualisiert: Mi, 29.02.2012  16:42
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