20.04.2012, 18:53  Aktualisiert: 20.04.2012, 20:28 
USA

Mutmaßlicher Todesschütze von Florida auf Kaution frei

Der mutmaßliche Todessschütze soll nun elektronisch überwacht werden. Er soll den unbewaffneten Teenager bei einer Patrouille erschossen haben.
Der Fall erschütterte die USA: Ein unbewaffneten schwarzer Teenager wird in Florida erschossen. Erst nach einer Welle der Empörung wird der mutmaßliche Täter festgenommen. Nun kommt er bis zum Prozess gegen Kaution frei.
Foto: Reuters

Washington - Nach den Todesschüssen auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin in Florida kommt der Angeklagte gegen Kaution bis zum Prozessbeginn frei. Der mutmaßliche Todesschütze George Z. muss dafür 150.000 Dollar (rund 114.000 Euro) hinterlegen, entschied das Gericht in Seminole County am Freitag nach einer live übertragenen Anhörung. Er soll elektronisch überwacht werden. Zudem darf der Mann keine Schusswaffe tragen, keinen Alkohol konsumieren und muss sich alle drei Tage bei den Behörden melden. Erstmals entschuldigte sich Z. bei den Eltern des 17-jährigen Opfers. Zugleich blieb der Amateur-Wachmann jedoch bei seiner Version.

Der spanisch-stämmige 28-Jährige soll den unbewaffneten 17 Jahr alten Martin bei einer Patrouille in einem Weißen-Viertel in der Ortschaft Sanford erschossen haben. Die Polizei klagte Z. zunächst nicht an, nachdem der sich auf Notwehrgesetze berufen hatte. Nach dem „Stand Your Ground“-Gesetz (Verteidige Deinen Grund) darf sich jeder Bürger mit seine Waffe verteidigen, der sich bedroht fühlt.

Nach einer landesweiten Welle der Empörung, in die sich sogar Präsident Barack Obama mit eingemischt hatte, wurde Z. Anfang des Monats doch wegen Mordes angeklagt. Der Fall trat in den USA auch eine Debatte über Rassismus los.

„Der Verlust ihres Sohnes tut mir leid“, sagte Z. nun als er im dunklen Anzug und mit Fußfessel im Gerichtssaal stand. Zugleich blieb der Mann, der einer freiwilligen Bürgerwehr angehört, bei seiner Version: Er habe aus Notwehr gehandelt, als er den Jungen im Februar während einer Patrouille erschossen habe. „Ich wusste nicht, wie alt er war“, sagte der 28-Jährige dem Richter. „Ich dachte, er sei etwas jünger als ich gewesen. Ich wusste nicht, ob er bewaffnet war oder nicht.“

Nach seiner Freilassung ist Z. jeder Kontakt zur Familie des getöteten Jungen untersagt. Wann genau er das Gefängnis verlassen kann, blieb zunächst offen. (dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 20.04.2012  18:53
aktualisiert: Fr, 20.04.2012  20:28
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